Köstinger: GAP-Reform ist Zukunftsfrage für Junglandwirte

Startschuss zur Neuausrichtung der EU-Agrarpolitik ist gefallen

Brüssel, 18. November 2010 (OTS) "Mit dem heutigen Startschuss zur Neuausrichtung der EU-Agrarpolitik (GAP-Reform) erfolgt die wichtigste Weichenstellung für die Zukunft Österreichs und Europas. Es geht um die Zukunft von über 200.000 österreichischen Bäuerinnen und Bauern und 530.000 heimischen Arbeitsplätzen", so ÖVP-Agrarsprecherin im Europäischen Parlament Elisabeth Köstinger. ****

"Eine Landwirtschaftsreform ist auch eine gravierende Gesellschaftsreform. Hier geht es um die Lebensmittelsicherheit für 500 Millionen Europäer und die Absicherung von 30 Millionen europäischen Arbeitsplätzen. Wir müssen bei der Neuausrichtung der EU-Agrarpolitik die Landwirtschaft als wichtigste Lebensgrundlage definieren und ihre vielfältigen Leistungen mit richtigen Maßnahmen und einem ausgewogenen EU-Agrarbudget dementsprechend abgelten", so Köstinger in ihrer Reaktion auf das heute von EU-Agrarkommissar Ciolos präsentierte GAP-Papier. Köstinger verweist darauf, dass weniger als 1 Prozent des BIP der EU-Staatshaushalte für den Agrarbereich herangezogen werde, im EU-Haushalt sei der Agraranteil am Gesamtbudget seit 1970 um über 50 Prozent gesunken.

"Ein Zukunftspapier muss auf die Jugend ausgerichtet sein", so die Agrarsprecherin und zeigt auf, dass lediglich 7 Prozent der Landwirte in Europa jünger als 35 Jahre sind. "Die Förderung und Motivation der Junglandwirte durch Etablierung des Berufs Bauer als Top Job, muss Kernelement der Zukunft der Agrarpolitik sein."

Inhaltlich fordert Köstinger zur anstehen GAP-Reform eine klare Trennung zwischen den Säulen der GAP. "Aus der Begutachtung des Papiers geht hervor, dass klar der Focus auf eine 'Ökologisierung' gelegt wird. Die Direktzahlungen sollen weiterhin ein fixes 'Grundeinkommen' für die Landwirte bilden und um Umweltkomponenten ergänzt werden", so Köstinger im Detail. "Der Verlauf der weiteren Diskussion wird zeigen, in welche Richtung sich die vorgelegten Vorschläge entwickeln werden. Derzeit sieht der Entwurf keine klare Trennung zwischen erster und zweiter Säule mehr vor. Entgelte für Umweltleistungen sollen auf beide Säulen verteilt werden - das ist ein absolut falscher Weg und gefährdet unser erfolgreiches, österreichisches Umweltprogramm ÖPUL sowie die Absicherung benachteiligter Gebiete durch Ausgleichszulagen.

Begrüßenswert sei der Vorschlag von Ciolos, bei Direktzahlungen an die Bäuerinnen und Bauern eine Obergrenze einzuziehen. "Ich bin auch dafür, dass die Direktzahlungen ausgewogener unter den Mitgliedsstaaten aufgeteilt werden - natürlich aber nach dem Kriterium der Angemessenheit. "Für die Milcherzeugung und Zuckerproduktion müsse es eine ordentliche Strategie für nach 2014 geben. "In diesen Bereichen darf es nicht wieder eine Bauchlandung geben", fordert Köstinger für die vom Auslaufen der Produktionsquoten betroffenen Betriebe.

Das klare Bekenntnis von EU-Agrarkommissars Dacian Ciolos zu einer gemeinsamen, europäischen Agrarpolitik und seine Absage an eine Renationalisierung der Agrarpolitik findet Köstingers Unterstützung. "Jetzt geht es um die Zukunft unserer Betriebe", so Köstinger abschließend.

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