AK zur Mehrwegdebatte: Mit Ökobonus zu mehr Mehrweg-Verpackungen

KonsumentInnen nicht durch Polemik verunsichern

Wien (OTS) - "Ein Ökobonus, der die Einführung der umweltfreundlichen Mehrwegverpackungen durch den Handel belohnt, ist ein Schritt in die richtige Richtung", sagt AK Um-weltexperte Werner Hochreiter. Das von einer Bund-Länder-Arbeitsgruppe im Landwirtschaftsministerium vorgeschlagene Ökobonusmodell setzt beim Handel und nicht bei den KonsumentInnen an. Daher verdient es eine sachliche Diskussion. "Es muss Schluss sein mit der Verunsicherung der Konsumenten und Konsumentinnen mit falschen Argumenten", fordert Hochreiter.

So wird derzeit in den Medien behauptet, dass auf die KonsumentInnen eine massive Kostenlawine zukomme. "Das ist reine Polemik", kritisiert der AK-Experte. Das neue Modell ist vielmehr so gedacht, dass gar nicht erst Abgabenzahlungen fällig werden. Es setzt bei durchaus erfüllbaren Mehrwegquoten an. "Diese kann der Handel ohne weitere Belastungen für die Konsumenten und Konsumentinnen erreichen", so Hochreiter. Vor-schläge zur Stabilisierung des Mehrweganteils werden seit Anfang 2010 diskutiert. "Vertreter des Handels haben sich so bisher überhaupt nicht in die Debatte eingebracht", kritisiert Hochreiter. Er fordert eine konstruktive Debatte, die auch die wachsenden Müll-berge und die daraus folgenden Kosten für die Allgemeinheit mit einbezieht.

"Mehrweg bringt mehr für den Umweltschutz als das Müllsammeln. Denn wenn Milliarden Plastikflaschen gar nicht erst hergestellt werden, ist der Umwelt am besten gedient. "Ab-gabenzahlungen gäbe es nur, wenn der Handel die gesetzten Ziele nicht einhalten kann. Die ständige Behauptung, dass der Handel da gar nichts könne, ist völlig unglaubwürdig", so Hochreiter. Das vorgeschlagene Modell knüpft nicht an den hohen Zielen früherer Verpackungszielverordnungen an, sondern legt die Messlatte deutlich niedriger. So soll zunächst die ohnehin niedrige bisherige Quote bei den Mehrwegverpackungen stabilisiert werden und dann schrittweise wieder langsam gesteigert werden. "Das führt zu keiner Belastung der Konsumenten und Konsumentinnen und bedeutet, dass es natürlich weiterhin ein Nebeneinander von Einweg und Mehrweg geben wird", sagt Hochreiter.

Bislang hat es einen politischen Konsens gegeben, dass die Wahlfreiheit der Konsumenten - ob Einweg- oder Mehrwegverpackung -weiterhin sichergestellt sein soll. Doch die derzeit geltende "freiwillige Selbstverpflichtung der Wirtschaft" hat dazu geführt, dass der ehemals in einigen Bereichen bei über 90 Prozent liegende hohe Mehrweganteil bei Getränken schon auf rund 20 Prozent gesunken ist. Dafür ist auch die Untätigkeit des Umweltministeriums verantwortlich, das sogar ein entsprechendes Urteil des Verfassungs-gerichtshofes ignoriert. Nach wie vor haben die KonsumentInnen eine große Bereitschaft, mit ihren Kaufentscheidungen auch den Umweltschutz zu fördern, so Hochreiter. Darauf setzt der Handel ja auch in seiner sonstigen Werbung.

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