FPÖ: Strache fordert Abbruch der EU-Beitrittsverhandlungen mit der Türkei

Türkischer Botschafter Tezcan muss zurücktreten

Wien (OTS) - FPÖ-Bundesparteiobmann HC Strache nutzte die heutige Nationalratsdebatte zum Außenpolitischen Bericht, um die freiheitliche Kritik an den unverschämten Äußerungen des türkischen Botschafters zu bekräftigen. Gleichzeitig forderte er den Abbruch der EU-Beitrittsverhandlungen mit der Türkei.

Die beleidigenden Aussagen Tezcans hätten klar gezeigt, dass die Türkei über keinerlei Europareife verfüge und noch längst nicht im abendländischen Wertesystem angekommen sei, erklärte Strache. Der Botschafter habe sich als türkischer Nationalist und Imperialist entpuppt. Allein seine Aussage, dass die Österreicher in der Kopftuchfrage nichts zu sagen haben, zeige seine verwerfliche und arrogante Geisteshaltung. Ebenso bezeichnend sei es, dass er türkische Lehrer nach Österreich importieren wolle, um die Kinder in Türkisch zu unterrichten. Das beweise, dass der Botschafter ein Gegner jedweder Integration sei und diese aktiv hintertreiben wolle. Türkische Nationalisten und Islamisten in Österreich würden sich durch solche Aussagen ermutigt fühlen. "Es fehlte ja gerade noch, dass er fordert, dass Türkisch in Österreich offizielle Amtssprache wird", so Strache. Grundsätzlich habe ein Botschafter nach einer solchen Entgleisung umgehend zurückzutreten. Tezcan sei untragbar geworden. Eine derartige Österreich-Beschimpfung könne keinesfalls geduldet werden und folgenlos bleiben.

Österreich sei keine Kolonie der Türkei, stellte Strache klar. "Wenn der Botschafter noch über einen Rest von Anstand verfügt, muss er sich offiziell bei den Österreichern und Österreicherinnen entschuldigen und von sich aus sein Amt niederlegen. Ebenso unumgänglich ist eine offizielle Entschuldigung der türkischen Regierung."

Zu befürchten sei allerdings, dass hinter solchen Entgleisungen System stecke und diese nicht zufällig passierten. Möglicherweise versuche Ankara auszutesten, wie weit man gehen könne, ohne dass es Konsequenzen gebe, vermutete Strache. "Solche Aussagen geben uns auch einen Vorgeschmack, was los sein wird, wenn die Türkei tatsächlich einmal EU-Mitglied werden sollte. Dann werden am Bosporus nämlich endgültig die letzten Hemmungen fallen. Man muss sich das ja wirklich einmal vor Augen halten: Österreich pumpt auf dem Umweg über Brüssel Millionen und Abermillionen an Steuergeldern in die Türkei, um diese Europa-fit zu machen, und als Dank wird man dann noch beschimpft."

"Für uns zeigt das die Richtigkeit unserer Forderung, die EU-Beitrittsverhandlungen mit der Türkei abzubrechen", erklärte Strache. "Wir haben diese immer schon grundsätzlich abgelehnt, weil die Türkei weder historisch noch geografisch noch kulturell ein Teil Europas ist." Bezeichnend sei die Reaktion der Grünen gewesen, die die Österreich-Beschimpfungen des türkischen Botschafters als "erfrischend" bezeichneten und als "eine für die Integrationsdebatte dringend nötige Positionsbestimmung". "Das sind genau jene Grünen, mit denen Herr Häupl nun eine Koalition eingeht", so Strache.

Rückfragen & Kontakt:

Freiheitlicher Parlamentsklub
Tel.: 01/ 40 110 - 7012
presse-parlamentsklub@fpoe.at

http://www.fpoe-parlamentsklub.at
http://www.fpoe.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | FPK0010