Beatrix Karl: Jeder Euro für Wissenschaft und Forschung ist ein Euro für die Zukunft

Wissenschafts- und Forschungsministerin bei Fragestunde im Hohen Haus

Wien (OTS/ÖVP-PK) - "Ab dem kommenden Jahr wird es jährlich 80 Millionen Euro zusätzlich für den Hochschulbereich geben - ein wichtiges Signal, denn jeder Euro, der in Wissenschaft und Forschung investiert wird, ist ein Euro mehr für unsere Zukunft", betonte Wissenschafts- und Forschungsministerin Dr. Beatrix Karl heute, Donnerstag, in der Fragestunde im Hohen Haus. Karl skizzierte, wie sie die 80 Millionen Euro Offensivmittel im Hochschulbereich einsetzen wird, welche Eckpunkte der Hochschulplan umfassen muss und was eine künftige Hochschul-Finanzierung ausmachen soll. Weiters ging die Ministerin auf die aktuelle Diskussion rund um Basissubventionen für außeruniversitäre Forschungseinrichtungen ein.

"Es ist gerade unter Konsolidierungsvoraussetzungen wichtig, dass die Mittel dort effizient und wirkungsorientiert eingesetzt werden, wo ein nachhaltiges und geordnetes Wachstum gefördert wird", so die Ministerin. Die 80 Millionen Euro an Offensivmitteln, die ab 2011 jährlich zur Verfügung stehen, sollen dabei in folgende Bereiche investiert werden:

  • Maßnahmen zu Verbesserungen in der Lehre und damit mehr Qualität in der Hochschulbildung durch bessere Studienbedingungen. Besonderer Schwerpunkt soll in den Massenfächern vor allem auch in den gesellschaftlich wichtigen MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) gelegt werden.
  • Eingliederung von exzellenten Einrichtungen der außeruniversitären Forschung in Universitäten und verstärkte Kooperationen der Hochschulen untereinander sowie mit der Wirtschaft.
  • Ausbau der Fachhochschulen, auch als maßgeblicher Beitrag zur Entlastung der Unis.
  • Neustart der universitären "Overhead-Finanzierung" im Rahmen der Forschungsfinanzierung durch den FWF.
  • Offensivmittel für die Leistungsvereinbarung der Universitäten für die Umsetzung des Hochschulplanes.

Weiters ging Karl in der Fragestunde auf den Hochschulplan ein, der derzeit entwickelt wird: "Die längerfristige Entwicklung des Hochschulsektors ist von zentraler Bedeutung und der historisch gewachsene Tertiärbereich muss gezielter ausgebaut werden - dazu braucht es den koordinierenden Hochschulplan als Gesamtplanung des tertiären Sektors." Maßgeblich ist dabei die Schwerpunkt- und Profilbildung der einzelnen Universitäten, damit wir auch international verstärkt sichtbar werden. Es sollen auch europäische Reforminitiativen zur Orientierung dienen. Schwerpunkte bei der Erstellung des Hochschulplans sind die Studienplatzfinanzierung, ein Bauleitplan und der Forschungsinfrastrukturplan.

"Ein nachhaltiges und geordnetes Wachstum der Studierendenzahlen ist prioritär für die künftige Entwicklung unseres Hochschulraumes", so die Ministerin weiter. Diese Priorität verfolge sie vor allem unter Beachtung folgender Grundsätze:
- Teilhabe möglichst breiter Bevölkerungsschichten und vielfältige Zugangswege
- Steigerung der Zahl der Absolventinnen und Absolventen
- mehr Planbarkeit
- höheres Qualitätsbewusstsein in Forschung und Lehre
- eine höhere Transparenz
- Entlastung von unnötiger Bürokratie und mehr Effizienz

Thema der Fragestunde war auch die Finanzierung der Universitäten. "Die Finanzierung der Unis ist bis 2012 gesichert - ab 2013 kommt es aber durch strukturelle Mehrkosten zu einem Bedarf, der nicht allein von der öffentlichen Hand gedeckt werden kann", betonte Karl. Während im europäischen Schnitt die öffentliche Hand 67 Prozent der Finanzierung des tertiären Sektors beisteuert, sind es in Österreich rund 80 Prozent. "Klar ist: Die Unis brauchen mehr Geld." Karl plädiert für einen "Finanzierungsmix" aus öffentlichen Mitteln sowie der Beteiligung der Wirtschaft und der Studierenden. "Das Modell einer Mischfinanzierung der Universitäten durch öffentliche Gelder und private Beiträge ist notwendig und sinnvoll."

Weiters bezog die Ministerin Stellung zur aktuellen Diskussion rund um die Basissubvention für außeruniversitäre Forschungseinrichtungen. "Mein Ziel ist es, die Förderung für außeruniversitäre Forschung auf neue Beine zu stellen. Wir müssen uns auf unsere Stärkefelder konzentrieren", sagte Karl. Künftig solle es neben den drei institutionellen Säulen (Österreichische Akademie der Wissenschaften, Ludwig-Boltzmann-Gesellschaft und Institute for Science and Technology Austria) drei thematische Säulen geben:

1. Anreizbildung zur Integration von Forschungsexzellenz in bestehende Strukturen (Universitäten, ÖAW): Ziel ist es, außeruniversitäre Forschungseinrichtungen verstärkt in bestehende Strukturen wie die Universitäten und ÖAW zu integrieren. Damit kann die Exzellenz dieser Einrichtungen an den Universitäten und der ÖAW nachhaltig gesichert werden. Die Aufnahmebereitschaft der Universitäten ist gegeben, erste entsprechende Schritte gibt es an der Universität Graz und der TU Wien.

2. Sicherung der EU-Rückflüsse im Bereich der außeruniversitären Forschungseinrichtungen der GSK: Um EU-Rückflüsse zu sichern, gewährt das BMWF mit Wirkung vom 1. Jänner 2011 finanzielle Unterstützung bei der Teilnahme an genehmigten Projekten im 7. EU-Rahmenprogramm. Mittels Teilfinanzierung von Projektkosten, die zur Durchführung des Projekts unabdingbar sind, aber nachweislich nicht durch EU-Förderung gedeckt werden, sollen Rückflüsse und damit wichtige Mittel für die Einrichtungen gesichert werden.

3. Stärkung der Forschungsinfrastruktur im Bereich Geistes-, Sozial-und Kulturwissenschaften (GSK): Für jene derzeit geförderten Institutionen, die vor allem im Bereich der Archivierung und Dokumentation von zeitgeschichtlichen Materialien tätig sind, wird die Möglichkeit eines "Dokumentationsnetzwerks der politischen Ideengeschichte nach 1918" überprüft. Dieses Netzwerk bildet als GSK-Infrastruktur eine wichtige Voraussetzung, die den wissenschaftlichen, interdisziplinären Austausch ermöglicht.

"Es gibt von meiner Seite eine Einladung mit einem entsprechenden Angebot und auch finanziellen Anreizen an Institutionen und Universitäten, entsprechende Verhandlungen miteinander und mit dem Ressort zu führen", so die Ministerin zu den derzeit laufenden Gesprächen zwischen dem BMWF und den betroffenen Einrichtungen. (Schluss)

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