Türkischer Botschafter - Strache: "Botschafter verhält sich wie Imperialist"

Grüne Korun: Debatte als Chance für bessere Integration nützen

Wien (OTS) - Die Aussagen des türkischen Botschafters Kadri Ecvet Tezcan sorgten gestern in der ATV-Diskussionssendung "Am Punkt" für heftige Debatten zwischen FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache und der Grünen Integrationssprecherin Alev Korun. Strache wiederholte seine scharfe Kritik an dem Diplomaten: "Der Botschafter hat sich fast schon wie ein Imperialist verhalten. Wir sind keine Kolonie der Türkei."

Die Grün-Politikerin Korun sprach sich für eine sachliche Diskussion aus. Sie teile zwar Tezcans Kritik nicht in allen Punkten, statt sich über den Botschafter zu "empören", wäre es aber sinnvoller die von ihm angefachte Debatte zu nützen und über bessere Formen der Integration zu reden. Einseitige Schuldzuweisungen an die türkische Community seien falsch und kontraproduktiv, so Korun. "Integration ist wie Walzer tanzen: man kann es nicht allein tun. Man braucht einen Partner dazu."

Der oberösterreichische Filmregisseur Ünal Uzunkaya brachte einen differenzierten Standpunkt in die Debatte ein: Tezcans Kritik teile er nicht, weil der Botschafter "pauschalisiere" und sich offenbar "nur mit niederen Schichten unterhalten" habe. Zu begrüßen sei aber, dass durch dessen Provokation eine Diskussion ausgelöst worden ist. Zu Straches Angriffe auf Tezcan sagte Uzunkaya: "Hier treffen zwei Nationalisten aufeinander. Der Botschafter ist nur der Abgesandte einer Regierung, die das türkische Pendant zu Strache ist, die die selbe populistische Art von Politik macht."

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