Wachstum in den Regionen Österreichs durch EU-Regionalförderungen beschleunigt, nicht jedoch durch Agrarförderungen

Wien (OTS/WIFO) - Ziel der EU-Kohäsionspolitik ist es, den wirtschaftlichen Rückstand der ärmeren Gebiete gegenüber den reicheren zu verringern. In der aktuellen Förderungsperiode (2007/2013) sind für den Bereich "Kohäsion für Wachstum und Beschäftigung" 35,6% des EU-Haushalts veranschlagt. Die Gemeinsame Agrarpolitik wiederum beansprucht als Teil der Budgetposition "Erhaltung und Bewirtschaftung natürlicher Ressourcen" 42% des EU-Budgets. Damit sollen die Lebensbedingungen der Agrarbevölkerung verbessert werden und die landwirtschaftliche Bewirtschaftung in Ungunstlagen aufrechterhalten bleiben.

Eine in den WIFO-Monatsberichten veröffentlichte Studie von Forschern der Universität für Bodenkultur und der Akademie der Wissenschaften hat erstmals für Österreich den gemeinsamen Einfluss von Agrar- und Regionalförderungen auf das regionale Wirtschaftswachstum untersucht. Dazu wurden Förderdaten und das Wachstum der Wertschöpfung pro Kopf (gemessen an der Zahl der Erwerbstätigen) in der Periode 1995 bis 2004 ökonometrisch analysiert.

Die Ergebnisse zu 35 österreichischen Regionen lassen drei Schlussfolgerungen zu:

- Positive Wirkung der Regionalförderungen: Die Konvergenzmittel wirkten in die beabsichtigte Richtung - das Wachstum der Wertschöpfung pro Kopf wurde in den Zielregionen erhöht.

- Konvergenz findet statt: Die Entwicklung der Wertschöpfung der untersuchten Regionen näherte sich einem gemeinsamen langfristigen Wachstumspfad an. Die Annäherung verlief allerdings langsamer als laut vergleichbaren Studien für die gesamte EU. Dies könnte auf den insgesamt hohen Entwicklungsstand in Österreich zurückzuführen sein.

- Nachteile von Regionen mit hohem Agraranteil: Hohe Agrarförderungen schwächten das regionale Wachstum geringfügig ab. Offenbar dämpfte die Gemeinsame Agrarpolitik den Strukturwandel und verlangsamte somit die Konvergenz zwischen den Regionen.

Die vorliegenden Ergebnisse beruhen auf Daten von 1995 bis 2004. Die Zusammenhänge können sich seither durchaus geändert haben, denn die aktuellen Zielvorgaben der Kohäsions- und Regionalpolitik und des Programms der ländlichen Entwicklung geben Maßnahmen zur Stärkung von Wettbewerbsfähigkeit, Beschäftigung und Wachstum ein höheres Gewicht.

Nähere Informationen entnehmen Sie bitte dem WIFO-Monatsbericht 6/2010
(http://www.wifo.ac.at/wwa/jsp/index.jsp?fid=23923&id=39954&typeid=8&
display_mode=2).

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Mag. Ulrich Morawetz
Universität für Bodenkultur Wien (BOKU)
Tel. (1) 476 54-3672, ulrich.morawetz@boku.ac.at

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