Skylink, der Geheim-Bericht

Rechnungshof zerpflückt Airport-Neubau, kritisiert hohe Manager-Gagen

Wien (OTS) - Kein Wunder, dass die Stadt Wien diese 238 Seiten
nicht veröffentlichen wollte: Der Rechnungshofbericht zum Bau des neuen Airport-Terminals Skylink (GZ 003.573/031-S3-5/10) dokumentiert knallhart alle Missstände. Dass sich etwa die Kosten auf (bisher) 952 Millionen Euro verdoppelten. Dass Manager viel zu viel kassierten. Dass Politiker die Airport-Chefs ernannten. "Heute" hat das Dossier.

Jeweils 20 % der Aktien der Flughafen Wien AG werden von der Stadt Wien und dem Land Niederösterreich gehalten. Genau deshalb (und durch diese Machtverhältnisse begründete Personalentscheidungen) ist der Rechnungshofbericht GZ 003.573/031-S3-5/10 nun so unangenehm für die Landesregierungen - und für jeden Steuerzahler sehr aufschlussreich. Zitat aus dem RH-Dossier: "Die beiden Syndikatspartner Land Niederösterreich und Stadt Wien nahmen durch Syndikatsbeschlüsse auf die Bestellung des Vorstands wesentlichen Einfluss nicht nur über die Vorgangsweise der Bestellung, sondern auch mit der Auswahl der Personen." Was nichts anderes heißt: Politiker ernannten die Vorstände der Aktiengesellschaft.

Nächster Kritikpunkt: die Kostenüberschreitung beim Bau des 720 Meter langen Terminal-Ungetüms. Zitat: "Bei schweren Planungs-, Koordinations- und Durchführungsmängeln und einer Bauverzögerung von 4,5 Jahren haben sich die geschätzten Kosten inklusive aller Investitionen auf 952 Millionen Euro mehr als verdoppelt." Das Gesamtprojekt Skylink sei damit laut RH-Experten bereits jetzt "an den Grenzen der Wirtschaftlichkeit" (Zitat).

Ein weiterer RH-Rüffel trifft die Manager - und jene, die deren Verträge genehmigt haben: "Die Vergütung der Vorstandsmitglieder lag 2007 mit je 423.100 Euro über den Medianwerten." 30.221 Euro monatlich pro Vorstand? Auf anderen Großflughäfen verdienen Manager (laut RH) 243.000 Euro. Hat damit wirklich jeder Wiener Airport-Boss pro Jahr 180.000 Euro zu viel erhalten?

Dass mit den neuen Fakten zum Skylink-Skandal die Politdebatte um die Verantwortlichkeit erneut beginnt, ist klar.

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