"KURIER"-Kommentar von Josef Votzi: "Stunde der Ex-Minister"

Österreichs Elder Statesmen mischen die Politik wie in alten Tagen neu auf.

Wien (OTS) - Der rote Ex-Kanzler wirft der Regierung vor, vorsätzlich am Watschenbaum zu rütteln. Statt das "Einsparungspotenzial in Milliardenhöhe" zu heben, werde bei Familien und Studenten gespart (siehe Vranitzky-Interview Seite 3).
Der schwarze Ex-Vizekanzler fordert, den Budget-Plan "in den Papierkorb zu werfen und wieder bei null zu beginnen" (Erhard Busek im Dienstag-KURIER).
Österreichs Elder Statesmen sorgen für Schlagzeilen wie in alten Tagen. Vranitzky, Busek, Androsch & Co haben Hochkonjunktur, weil sie das Vakuum füllen, das ihre Nachfolger tagtäglich hinterlassen. Sie flüchten nicht in Floskeln, sondern nennen die Dinge beim Namen. Sie zeigen Führungswillen und schielen nicht auf die freundliche Schlagzeile am Boulevard. Und sie nehmen sich schlicht die Freiheit, zu sagen, was sie denken.
Die aktuellen Machthaber machen es sich zu leicht, wenn sie intern über die Kritiker mosern: Sie hätten einst selber jede Chance der Welt gehabt, das umzusetzen, was sie jetzt fordern.
Ein roter Ex-Finanzminister ist dabei, sich vom kritischen Kommentieren aufs Agitieren zu verlegen. Hannes Androsch will kampflustig wie ein Juso die starren Schulfronten mit einem Bildungsvolksbegehren aufmischen.

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