"KURIER"-Kommentar von Karin Leitner: "Zeit für einen Kraftakt"

Josef Pröll sollte den Parteifreunden wieder zeigen, wer der Boss ist.

Wien (OTS) - Das Wahlergebnis in Wien - miserabel. Das Sparpaket -missglückt. Das Image als Familienpartei - angekratzt. Die Suche nach einer Staatssekretärin - peinlich. Die Umfragewerte - schlecht. Die gesamte Partei - im Eck. Wie kommen wir aus dem heraus? Das fragen sich viele Schwarze. Ein großes Projekt, das sich verkaufen lasse, sei nötig, meinen manche. Für neue Inhalte brauche es auch neue Gesichter; das Regierungsteam müsse umgebaut werden. Beides klingt vernünftig und machbar - wäre da nicht die innere Verfasstheit der ÖVP.
Ein großes Projekt ist nur dann zu realisieren, wenn alle dahinterstehen. Da hapert's. Lange Zeit versuchte sich Josef Pröll als Hüter des Geldes zu positionieren. Sparen, Sparen, Sparen - das trommelte er tagaus, tagein. Blöd nur, dass ihm seine Länderchefs die lange Nase zeigten. Und so gibt es Einschnitte bei den Familien statt einer Verwaltungsreform. Die schwarze Crew umzumodeln ist nur dann sinnvoll, wenn etwas Besseres nachkommt. Da hapert's. Zählen erneut nicht Qualifikationen, sondern Interessen von Ländern und Bünden, kann personell alles bleiben, wie es ist.
Josef Pröll müsste einen Kraftakt wagen, den Parteifreunden wieder zeigen: Ich bin der Boss - mit neuem Personal und neuen Projekten.

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