Jugendliche - die ersten Opfer der Wirtschaftskrise und die Hauptopfer der Sparpolitik

Familienbeihilfen-Streichung für Arbeitslose: "So macht man Langzeitarbeitslose"

Wien (OTS/ÖGB) - "Die Jugendlichen auf Jobsuche scheinen dem Familienminister nicht besonders am Herzen zu liegen, denn es war ihm nicht einmal eine Erwähnung wert, dass er auch ihnen die Familienbeihilfe streichen will, so wie auch vielen Studierenden", kritisiert Jürgen Michlmayr, Vorsitzender der Österreichischen Gewerkschaftsjugend (ÖGJ), den heutigen Auftritt von Minister Reinhold Mitterlehner in der ORF-Pressestunde. Damit werde die aktive Arbeitsmarktpolitik deutlich erschwert.++++

Dass die Streichung der Familienbeihilfe den Studierenden 2.700 Euro im Jahr kosten soll, kann nicht oft genug wiederholt werden, aber, so Michlmayr, "es gibt noch weitere Opfer, von denen viel zu wenig die Rede ist: Die Familienbeihilfe soll auch den Arbeit suchenden jungen Menschen zwischen 18 und 21 weggenommen werden. Das trifft besonders AbsolventInnen von BMHS, etwa Handelsschulen und -akademien, die nach dem Schulabschluss auf Jobsuche gehen, aber keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld haben." Diese Jugendlichen können vom AMS nur schwer erreicht werden, da sie sich in vielen Fällen nicht arbeitslos melden, da sie ohnehin keinen Anspruch auf Arbeitslosengeldbezug haben. Wer aber schon in jungen Jahren arbeitslos ist, dessen Risiko ist deutlich höher, im Laufe des Lebens immer wieder arbeitslos zu werden. Michlmayr: "So macht man Langzeitarbeitslose."

Auch wenn ein Jugendlicher oder eine Jugendliche die Lehre abschließt, soll künftig gleich danach die Familienbeihilfe wegfallen. Bisher wurde sie in der dreimonatigen Behaltefrist weiterbezahlt - mit gutem Grund, so Michlmayr: "Denn diese Zeit ist dafür gedacht, dass sich die ausgelernten Lehrlinge um eine passende Stelle als ausgelernte Fachkraft umschauen können."

Die Gewerkschaftsjugend fordert eine Budgetkonsolidierung, die nicht unverhältnismäßig zulasten der Jugend geht. "Erst recht dürfen nicht jene Jugendlichen die Zeche bezahlen, die eine Lehre absolviert, währenddessen Sozialversicherungsbeiträge eingezahlt haben, und im Zuge der Wirtschaftskrise als erste auf die Straße gesetzt wurden. Wer ausgerechnet bei jungen Menschen ohne Job spart, dem sind 250.000 armutsgefährdete Kinder und Jugendliche unter 19 offenbar noch immer nicht genug", so Michlmayr.

Rückfragen & Kontakt:

ÖGB Öffentlichkeitsarbeit
Florian Kräftner
florian.kraeftner@oegb.at
0664 301 60 96

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NGB0001