Innenministerin Fekter eröffnet die Koordinierungsstelle Bündnis gegen Gewalt im Bundeskriminalamt

Bindeglied zwischen Polizei, Praxis und Wissenschaft

Wien (OTS) - "Im Kampf gegen Gewalt spielt das Innenressort bzw.
die Polizei eine wichtige Rolle, aber nicht die einzige. Mit der heute von mir eröffneten Koordinierungsstelle wird es künftig möglich sein, sämtliche Maßnahmen zum Thema Gewalt besser zu koordinieren, sei es interministeriell oder mit anderen externen Akteuren wie NGOs und Vereinen", sagte Innenministerin Dr. Maria Fekter am 12. November 2010 in Wien.

Die Koordinierungsstelle im Bundeskriminalamt wird in erster Linie als Schnittstelle und Drehscheibe für Maßnahmen, Ideen und Initiativen im Kampf gegen Gewalt agieren. "Derzeit nähern sich die unterschiedlichen Akteure, ob Ministerien, Behörden, NGOs oder Vereine dem Thema sehr differenziert an. Sie sind oftmals nicht miteinander vernetzt und kommunizieren daher auch nur sehr eingeschränkt. Dadurch geht sehr viel Information verloren, viele Themen werden zudem parallel abgearbeitet, die Informationen fließen nicht zusammen", sagte Fekter. Die neu geschaffene Koordinierungsstelle soll hier Abhilfe schaffen.

Den Grundstein für die neue Anlaufstelle wurde am 23. September 2010 mit der Vorstellung des ressortübergreifenden Maßnahmenpakets "BÜNDNIS GEGEN GEWALT" gelegt. Das gemeinsame Ziel aller teilnehmenden Akteure war und ist es, eine vernetzte Anti-Gewalt-Sicherheitspolitik zu gestalten, die polizeiliche, politisch-gesellschaftliche, wirtschaftliche und wissenschaftliche Aspekte berücksichtigt, um Gewalt nachhaltig zu bekämpfen. Unter Federführung des Innenministeriums sollen im Rahmen des Bündnisses die vielen offenen Fragen zum Themenkomplex Gewalt mit internen und externen Experten abgearbeitet und neue Lösungsmodelle entwickelt werden. Zusammenlaufen werden sie ab sofort in der Koordinierungsstelle im Bundeskriminalamt. Thematisiert werden sollen dabei möglichst alle Formen der Gewalt: Jugendgewalt, Gewalt gegen ältere Menschen, Gewalt gegen Frauen, Gewalt in der Familie, Gewalt am Fußballplatz etc. "Wir bedienen uns eines Drei-Säulen-Modells: der Exekutive, der Praktiker und der Wissenschaft", sagte Generalmajor Gerhard Lang, Leiter der Strategieabteilung im Bundeskriminalamt. Univ.-Prof. Dr. Rotraud Perner hat sich bereiterklärt, das Projekt wissenschaftlich zu begleiten.

Als Beispiel, wo es bereits eine enge Vernetzung zwischen Polizei und Praxis gibt, nannte Fekter das Projekt MEDPOL: Im Vordergrund steht die verstärkte Zusammenarbeit zwischen Medizin und Polizei. Ziel ist es unter anderem, a-typische Verletzungen, die auf ein mögliches Fremdverschulden schließen lassen, frühzeitig zu erkennen. In einem weiteren Schritt geht es darum, dem medizinischen Personal standardisierte Verfahrensabläufe zur Verfügung zu stellen und dadurch Handlungssicherheit gewährleisten zu können. Wenn beispielsweise eine Patientin ins Krankenhaus kommt, die neben einer gebrochenen Hand mehrere blaue Flecken am Körper aufweist, soll neben der Versorgung des Bruches auch das Bewusstsein des behandelten Arztes soweit vorhanden sein, weitere Verletzungen so zu dokumentieren, dass die Dokumentation gegebenenfalls auch vor Gericht entsprechende Aussagekraft besitzt. Zudem soll die Patientin, wenn der Verdacht auf Fremdverschulden besteht, schon im Krankenhaus unterstützt und über die Möglichkeit der Inanspruchnahme von Opferschutzeinrichtungen informiert werden. Getragen wird das Projekt MEDPOL vom Bundeskriminalamt und der Ärzteschaft. "Die Zusammenarbeit läuft vorbildlich und zeigt eindrucksvoll den Weg, den wir mit dem 'BÜNDNIS GEGEN GEWALT' gehen wollen", sagte Fekter. Die Polizei kann hier unterstützen und Ihr Know-how zur Verfügung stellen: "Für die Umsetzung brauchen wir aber die fachlich zuständigen Akteure, in diesem Fall die Ärzteschaft und deren Bereitschaft zur Mitarbeit", sagte Lang.

Ab Jänner 2011 wird es zudem eine eigene Workshopreihe im Rahmen des "BÜNDNIS GEGEN GEWALT" geben. Die erste Veranstaltung wird sich dem Thema "Gewalt an älteren Menschen" widmen. An der Veranstaltung interessierte Akteure, seien es Vereine, NGOs, Experten aus der Wissenschaft etc. können ihre Ideen und Inputs ab sofort bei der Koordinierungsstelle unter buendnisgegengewalt@bmi.gv.at einbringen. "Ziel ist es, möglichst alle interessierten Akteure ins Boot zu holen, um gemeinsam Schritte gegen Gewalt zu setzen", sagte Fekter.

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