Leitl gratuliert ETHOUSE-Preisträger: Thermisches Sanieren ist Lichtblick für Umwelt, Betriebe und Beschäftigung

WKÖ begrüßt EU-Energiestrategie: Steigerung der Sanierungsrate hat oberste Priorität

Wien (OTS/PWK862) - Christoph Leitl, Präsident der Wirtschaftskammer Österreich, überreichte heute, Mittwoch, den ETHOUSE Award der Qualitätsgruppe Wärmedämmverbundsysteme in der Kategorie Öffentliche Gebäude an die Firma Arch + More ZT GmbH für die Volksschule Lind ob Velden in Passivhaustechnologie. Weiters ging die Kategorie Wohnbau an die Gassner & Partner Baumanagement GmbH mit der Sanierung eines Gründerzeithauses im 15. Wiener Gemeindebezirk mittels Einsatz hochwertiger Materialen. Den Sonderpreis vergab die Jury an die Gemeinnützige Bau- und Wohnungsgenossenschaft "Wien Süd". Bei dem Sanierungsprojekt im 23. Bezirk wurde die aus dem Jahr 1977 stammende Struktur erhalten und die Fassadendetails sensibel restauriert. Alle Betriebe wurden für mehrgeschossige Gebäude, die höchste Ansprüche an Energieeinsparung, Architektur und Ideenreichtum bei der Sanierung setzten, ausgezeichnet.

400 Mio. Euro für thermische Sanierung bringen Staat mehr, als sie kosten

"Das von der Bundesregierung vorgelegte Budget hat viele Schattenseiten. Doch die Wiederaufnahme der thermischen Sanierung mit einem Volumen von ingesamt 400 Mio. Euro bis 2014 ist ein klarer Lichtblick für Umwelt, Betriebe und Beschäftigung - und sie stärkt die öffentlichen Finanzen. Denn diese Maßnahme löst Investitionen aus, die dem Finanzminister mehr Steuereinnahmen in die Kasse spülen, als ihn die Förderung kostet", betont Leitl. Bis 2014 will die Bundesregierung jährlich 100 Mio. Euro einsetzen, um die thermische Gebäudesanierung zu fördern. "Vor allem für die Betriebe im Wohnbau ist dieser Lichtblick dringend notwendig, denn ihre Zukunftsaussichten sind nach wie vor wolkenverhangen", so Leitl, der darauf hinweist, dass die Wohnbaubewilligungen laut WIFO-Prognose auch heuer weiter sinken. Sie werden mit insgesamt rund 39.100 Wohneinheiten um 1.300 Einheiten niedriger sein als im Vorjahr. Auch 2011 wird ein weiterer Rückgang um etwa 1.600 Wohneinheiten, also minus 4 Prozent, erwartet.

EU-Großoffensive zur Forcierung der thermischen Sanierung gefordert

Leitl begrüßt die heute vorgestellte EU-Energiestrategie: "Ich freue mich, dass die Europäische Kommission eine Forcierung der thermischen Sanierung des Gebäudebestands im Rahmen der neuen EU-Energiestrategie vorsieht. Hier liegen riesige ungenutzte Potenziale. Es ist erfreulich, dass es jetzt auch europäische Instrumente dazu geben soll." Tatsächlich definiert die heute vom deutschen EU-Kommissar Günther Oettinger vorgestellte neue Energiestrategie der EU als erste Priorität die Steigerung der Sanierungsrate.

"Die neue Energiestrategie der EU ist begrüßenswert - aber jetzt müssen Taten folgen", merkt Leitl an. "Seit dem Lissabonvertrag hat die EU mehr Kompetenzen bei der Energiepolitik, diese gilt es jetzt zu nutzen. Wir müssen die massive Abhängigkeit der EU von Energieeinfuhren aus Drittstaaten reduzieren. Wir brauchen endlich einen wirklichen Energiebinnenmarkt. Wir brauchen dringend eine europäische Großoffensive zur Forcierung der thermischen Sanierung des Gebäudebestands. In der Strategie ist alles festgehalten. Jetzt wollen wir Taten sehen."

Die heute veröffentlichte Strategie der Europäischen Kommission definiert 17 Aktionsfelder, in denen konkrete Maßnahmen vorbereitet werden: u.a. Energie-Netzausbau, verbraucherfreundlichere Gestaltung der Energiepolitik, Steigerung der technologischen Wettbewerbsfähigkeit der EU und die Stärkung der Energieaußenpolitik. "Ich begrüße auch den neuen Ansatz, die Energiepolitik verstärkt unter dem Gesichtspunkt der internationalen Wettbewerbsfähigkeit der EU zu sehen", freut sich Leitl.

Carl Hennrich, Geschäftsführer der Stein- und keramische Industrie, ruft den hohen Anteil an Nachkriegsgebäuden in Österreich in Erinnerung: "40 Prozent des heimischen Gebäudebestandes sind Nachkriegsbauten und zu einem großen Teil sehr abgewohnt. Durch die Energiestrategie 2020 bekommt die wirtschaftliche und ökologische Bedeutung von Wärmedämmverbundsystemen neuen Aufwind. Bei der Gebäudesanierung gibt es in den nächsten Jahren viel zu tun für unsere Betriebe." (PM/AC)

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