Grünewald: Kahlschlag bei außeruniversitären Forschungseinrichtungen wirft Österreich um Jahrzehnte zurück

Lichtenecker: Regierung muss FTI-Strategie 2020 veröffentlichen

Wien (OTS) - "Die FTI-Strategie des Bundes muss umgehend veröffentlicht und im Parlament diskutiert werden", fordert Ruperta Lichtenecker, Vorsitzende des Ausschusses für Forschung, Innovation und Technologie im Parlament und Forschungssprecherin der Grünen. "Die Behauptung der Bundesregierung, bei Bildung und Forschung am wenigsten zu sparen, ja sogar frisches Geld zu investieren, entpuppt sich als massive Täuschung. Stagnierende bis sinkende Budgets werfen die Universitäten um Jahre zurück. Laut Joanneum Research fehlen allein an Mitteln zur verbesserten Infrastruktur in den nächsten Jahren 600 Mio. Euro. Katastrophal wirkt sich das Sparpaket für 40 außeruniversitäre Forschungseinrichtungen aus, die vielen jungen WissenschafterInnen Arbeit geben und vielfach auch hohe Reputation haben", zeigt sich der Wissenschaftssprecher der Grünen, Kurt Grünewald verärgert.

Lichtenecker und Grünewald fordern wie der österreichische Wissenschaftsrat und auch die Wissenschaftssprecherin der ÖVP, Katharina Cortolezis-Schlager, eine Evaluierung dieser Einrichtungen, um größeren Schaden abzuwenden. "Der Vorschlag, Teile dieser Einrichtungen eventuell an Universitäten anzubinden oder einzugliedern, klingt primär gut. Nur vergisst die ÖVP, dass die Universitäten derzeit nicht über jene Finanzmittel verfügen, die dies ermöglichen würden", empört sich Grünewald.

Für Lichtenecker und Grünewald kann diese Verarmung der Wissenschaftsszene so nicht hingenommen werden, sie versprechen den Betroffenen jedwede Unterstützung. "Völlig übersehen wird von Bundesministerin Karl, wie viele Drittmittel diese Institutionen einwerben und dass bei fehlender Basisfinanzierung auch diese Quellen versiegen werden. Verantwortungsvoller Umgang mit Steuergeldern und ignorantes Sparen sind zwei Paar Schuhe. Bloßfüßig kann Forschung aber nicht zeigen was sie kann", warnen Lichtenecker und Grünewald.

Die jüngsten Ankündigungen des Wissenschaftsministeriums lassen für die zukünftige Ausrichtung der österreichischen Forschungspolitik jedenfalls schlimmes befürchten. "Die Regierung muss daher die ohnehin bereits fertige FTI-Strategie des Bundes aus der Schublade holen, damit wir diese noch vor Budgetbeschluss im Parlament diskutieren können", fordert Lichtenecker.

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