ARBÖ: Skandal - Diesel auf deutscher Autobahn günstiger als auf österreichischer!

Vor Grenzübergang nach Salzburg ist Diesel jetzt schon um 4,5 Cent billiger, obwohl deutsche Mineralölsteuer um 12,3 Cent höher ist

Wien (OTS) - Diesel ist auf der deutschen Autobahn günstiger zu bekommen, als auf der österreichischen, müssen die ARBÖ-Spritpreisfahnder feststellen. "Es ist völlig unverständlich, warum Diesel vor dem Grenzübergang nach Salzburg auf der deutschen Seite um 4,5 Cent günstiger ist, als auf der österreichischen Seite. Denn die deutsche Mineralölsteuer ist gleich um 12,3 Cent höher, als die österreichische", kritisiert der ARBÖ diesen unfassbaren Preisskandal und fordert die Regierung zum raschen Handeln auf: "Bei den Autofahrern immer nur durch höhere Mineralölsteuern abzukassieren ist zu wenig. Die Regierung muss endlich auch etwas tun und die Autofahrerinnen und Autofahrer auch vor ungerechtfertigt hohen Spritpreisen schützen."

Der konkrete Fall: Rund zwei Kilometer vor dem Grenzübergang Walserberg, auf der Verbindung München-Salzburg (A8) kostete Diesel gestern, am 9. November, pro Liter 1,214 Cent. Auf der österreichischen Seite, am Walserberg kostete Diesel am selben Tag pro Liter 1,259 Cent und war damit um 4,5 Cent teurer. Und dies, obwohl die Mineralölsteuer für Diesel in Deutschland mit 47 Cent pro Liter viel höher ist, als in Österreich mit 34,7 Cent pro Liter. Dass Diesel auf der deutschen Autobahn heute schon und damit noch vor der geplanten Mineralölsteuer in Österreich günstiger ist als in Österreich ist leider keine Eintagsfliege. Bereits in der Woche davor, am 2. November mussten die ARBÖ-Spritpreisfahnder feststellen, dass Diesel in Deutschland um 1,194 Cent zu haben war, während er auf der österreichischen Seite 1,259 Cent kostete.

Die heimische Regierung ist gut beraten, diesen Missstand zu beseitigen. Ebenso dringend zu hinterfragen ist, warum die Spritpreise an vielen heimischen Tankstellen in der Früh oft automatisch um 5 bis 6 Cent höher sind, als am Abend davor. "Mit Angebot und Nachfrage können derartige Preisschwankungen über Nacht wohl nichts zu tun haben", kritisiert der ARBÖ. Ebenso zu klären ist, warum bei uns der Unterschied zwischen Durchschnittspreisen und den Autobahnpreisen bei stolzen 15 Cent (bei Diesel) liegt, so der ARBÖ.

Handeln muss die Regierung aber auch im ureigenen Interesse, so der ARBÖ. Gelingt es nämlich nicht, die Mineralölfirmen in die Schranken zu weisen, wird nach der geplanten Mineralölsteuer Diesel in Österreich um 6 Cent teurer. Damit sind wir bei Diesel teurer als sämtliche Nachbarstaaten, inklusive Deutschland und Italien. Folge:
Die Mineralölsteuer-Erhöhung bringt dem Budget unterm Strich keine Mehreinnahmen, weil dann nicht nur die kompletten Einnahmen aus dem Tankexport durch Diesel verloren gehen, sondern auch die Inländer -soweit sie können - wieder verstärkt im Ausland tanken werden. "Die geplante Mineralölsteuer wird zum kompletten Desaster: man belastet die Inländer - allen voran Pendler und Pendlerinnen, vertreibt die Ausländer und hat unterm Strich weniger Einnahmen fürs Budget." Die Autofahrerinnen und Autofahrer lehnen die geplante Mehrbelastung daher ebenso, wie der ARBÖ, vehement ab, wie Umfragen deutlich zeigen.

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