Schwellenländer gehen gestärkt aus Krise hervor: Bessere Länderratings für Türkei, Russland und Brasilien

Wien (OTS) - Gute Neuigkeiten für Österreichs Exportwirtschaft:
Coface verbessert die Länderratings von drei wichtigen Wachstumsmärkten für den heimischen Außenhandel. Russland, von der Krise stark betroffen, erreicht wieder das Vorkrisenniveau. Die Türkei und Brasilien gehen sogar mit einer besseren Bewertung aus der Krise hervor.

Der internationale Kreditversicherer Coface hat die Länderratings von drei der größten Schwellenländer nach oben gesetzt. Die Türkei (aktuelles Rating: A4) und Brasilien (aktuelles Rating: A3) können sich über ihre beste Bewertung seit Bestehen des Ratings freuen. Russland kehrt nach einer Abwertung während der Krise zu seinem Rating B zurück.

Erfolgreiches Krisenmanagement in Schwellenländern

Der Zusammenbruch des Welthandels war der wesentliche Faktor für die Übertragung der Krise von den Industrieländern auf die Schwellenländer. Diese wussten jedoch zu reagieren und setzten insbesondere ab Anfang 2009 eine umfangreiche gegenzyklische Geld-und Haushaltspolitik um. Mit Erfolg: Coface prognostiziert für die Schwellenländer ein weiterhin starkes Wachstum von 6,1% im Jahr 2011. Damit wird die allmähliche Autonomie gegenüber den Industrieländern deutlich und die Widerstandskraft der neu auf den Markt kommenden Unternehmen unterstrichen.

"Die Krise hat zu einer Reorganisation innerhalb der Schwellenländer geführt", erklärt Yves Zlotowski, Chef-Ökonom von Coface. "Sie waren ausnahmslos alle von der Krise betroffen. Aber es gibt solche wie die Türkei und Brasilien, welche die Herausforderungen der Krise mit Erfolg gemeistert und sich als widerstandsfähiger als erwartet erwiesen haben. Und diejenigen wie Russland, die sich rasch vom Rückschlag erholen und zu ihrem Vorkrisenniveau zurückgefunden haben".

Türkei erstmals mit A4-Rating

Die Türkei erreicht zum ersten Mal die Kategorie der Investment Grades. Nach einem beachtlichen Rückschlag durch die Wirtschaftskrise wird das Land 2010 voraussichtlich eine Wachstumsrate um die 7% erzielen. Die Türkei ist das Land mit der größten Lockerung der Geldpolitik weltweit und hat den Leitzins zwischen November 2008 und Dezember 2009 um 1.025 Punkte gesenkt. Sie hat einen exzellenten Umgang mit dem Liquiditätsrisiko in Fremdwährungen bewiesen, ohne auf den IWF zurückzugreifen.

Die Türkei verzeichnet eine beständige Erholung, die von einem dynamischen Konsum der Haushalte und ebensolchen Investitionen getragen wird. Nachdem sie sich zwischen Juli 2008 und März 2009 mehr als verdreifacht hatten, fielen die unbezahlten Rechnungen ab September 2009 wieder auf das Vorkrisenniveau zurück. Die meisten Unternehmen, bei denen es zu Zahlungsverzögerungen gekommen war, konnten ihre Handelsschuld ausgleichen. Die Zahlungsausfälle sanken im ersten Halbjahr 2010 weiter und liegen nun deutlich unterhalb des weltweiten Durchschnittswertes.

Russland kehrt auf Vorkrisenniveau zurück

Nach der Abwertung während der Krise kehrt Russland zu seinem Rating B zurück. Das Land hatte 2009 die stärkste Rezession der G20-Länder zu verzeichnen, Wachstumsmotor ist nun der private Konsum. Die Unternehmen hingegen setzen ihre Entschuldung fort, so dass sich Investitionen im Rahmen halten. Laut Coface hat sich das Zahlungsverhalten der Unternehmen, das sich während der Krise stark verschlechtert hatte, deutlich verbessert und entspricht nun wieder den Werten aus der Zeit vor der Krise. Russlands Rating liegt wegen seines lückenhaften Geschäftsumfeldes dennoch zwei Punkte unter dem der anderen BRIC-Staaten, insbesondere wegen der mangelhaften Transparenz der zur Verfügung stehenden Unternehmensdaten.

Beste Bewertung Brasiliens seit Bestehen des Ratings

Brasilien wird nun in A3 eingestuft, die beste Note für das Land seit Bestehen des Ratings. Der von der Krise verursachte Rückschlag war aufgrund der starken Diversifikation der brasilianischen Wirtschaft sehr begrenzt. Der Aufschwung erfolgte sehr rasch und stark. Nach Coface-Prognosen wird das Land 2010 eine Wachstumsrate von 7,3% verzeichnen und 4,5% im Jahr 2011. Diese Entwicklung wird vor allem von einem dynamischen Konsum der Haushalte und ebensolchen Investitionen getragen.

Die 2010 verzeichnete starke Erholung mit einer für das Land ungewöhnlichen Wachstumsrate wird von einer Geldpolitik begleitet, die eine Überhitzung vermeiden soll. Alle Sektoren verzeichnen gute Leistungswerte: Der industrielle Sektor profitiert weiterhin von der Expansion, die Landwirtschaft befindet sich nach den schlechten Resultaten von 2009 (wegen der Trockenheit) im Wiederaufschwung und der Dienstleistungssektor verzeichnet eine beachtliche Entwicklung. Coface prognostiziert eine weitere Verbesserung des Zahlungsverhaltens brasilianischer Unternehmen.

Über Coface Austria und Coface Central Europe:

Coface Austria, mit Zentrale in Wien und Niederlassungen in Polen, Ungarn, Litauen, Lettland, Slowakei, Tschechien, Rumänien und Bulgarien, ist seit der Gründung 1954 ein führendes Unternehmen am heimischen Markt für Kreditversicherungen. Seit 1997 ist Coface Austria eine Tochter der französischen Coface und damit Teil eines der drei Global Player am Kreditversicherungsmarkt. Die Schwestergesellschaft Coface Central Europe ist seit 20 Jahren Marktführer für Wirtschaftsinformationen in 13 zentraleuropäischen Ländern. Ergänzend bietet man in der gesamten Region Inkassoservices an. Coface Central Europe ist ein Gemeinschaftsunternehmen der Coface (75%) und des KSV1870 (25%). Seit 2002 ist Wien innerhalb des
Coface Konzerns Headquarter für Zentral- und Osteuropa, die gesamte Region zählt bereits über 700 Mitarbeiter/innen.

Über Coface:

Ziel von Coface ist die Vereinfachung des globalen B2B-Geschäfts mittels der vier Geschäftssparten Kreditversicherung, Wirtschaftsinformation und -bewertung, Inkasso und Factoring. Diese ermöglichen die teilweise oder komplette Auslagerung des Forderungsmanagements sowie die Finanzierung und Versicherung der Forderungen. 6.600 Mitarbeiter/innen in 67 Ländern bieten 130.000 Kundinnen und Kunden - darunter 45% der 500 größten Unternehmen -weltweit lokales Service an. Coface ist eine Tochter der französischen Bank Natixis (Stammkapital 12,8 Mrd. Euro, Ende Juni 2010).

Webtipp:

Nähere Informationen zu den aktuellen Länderratings von Coface finden Sie online unter http://www.ots.at/redirect/country_risks1 (englisch)

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