Wiener planen wieder höhere Ausgaben für Weihnachten

Aktuelle Befragung zeigt positive Vorweihnachtsstimmung - Allein in Wien 350 Mio. Euro Einzelshandels-Umsatz erwartet - Ältere Generation am ausgabe-freudigsten

Wien (OTS) - "Die Vorzeichen für das heurige Weihnachtsgeschäft sind gut, alle Signale stehen auf grün", sagt Brigitte Jank, Präsidentin der Wirtschaftskammer Wien. "Wir dürfen heuer wieder mit steigenden Ausgaben und einer langen Wunschliste an das Christkind rechen", so Jank, die sich dabei auf eine aktuelle Konsumenten-befragung von KMU Forschung Austria und Makam Market Research im Auftrag der Wirtschaftskammer Wien stützt. Demnach planen 85 Prozent bzw. 1,2 Millionen Wienerinnen und Wiener Weihnachtsgeschenke einzukaufen. In Summe werden dadurch rund 9 Millionen Geschenke an Freunde, Verwandte und Familie verteilt. Durchschnittlich wird jeder Wiener bis zum 24. Dezember rund sieben Geschenke einkaufen und dafür in Summe 360 Euro ausgeben. Die Ausgaben der Wiener liegen damit deutlich über dem österreichischen Durchschnitt. Pro Person werden die Ausgaben damit um rund zehn Euro über dem vergangenen Jahr liegen. "Der Wiener Handel steht bereit, für jeden Geschmack das richtige zu bieten", sagt Jank. "Das Weihnachtsgeschäft ist voll angelaufen".

Verbesserte Wirtschaftslage wirkt positiv
Laut Jank wird sich die zunehmend besser werdende Wirtschaftslage positiv auf das heurige Weihnachtsgeschäft auswirken. Die Konjunktur gewinnt langsam an Fahrt, die Auftragssituation wird in den meisten Betrieben besser, der Arbeitsmarkt hat sich stabilisiert. "Für die Ausgabenfreudigkeit sind das ganz entscheidende Faktoren, denn wie viel man für Weihnachtsgeschenke ausgeben will, ist bei den meisten eine Frage der Stimmung und nur bei einem kleineren Teil der Bevölkerung durch die eigene wirtschaftliche Situation begrenzt", so Jank. Den positiven Rückenwind der Konjunktur gelte es nun für den Handel zu nutzen. Negative Auswirkungen durch die Budgetkonsolidierung des Bundes erwartet Jank vorerst nicht.

Haupteinkaufszeit ist im Dezember
Auch im heurigen Jahr verfestigt sich der Dezember als Haupteinkaufszeit. Während es vor zwei Jahren schon beinahe mehr Early-Shopper als Late-Shopper gab, setzt sich nun zum zweiten Mal in Folge der Dezember wieder klar durch. In Summe planen 57 Prozent der Wiener, den Großteil der Weihnachtsgeschenke im Dezember zu kaufen, 19 Prozent im November. Fast jeder Dritte lässt sich überhaupt bis kurz vor Weihnachten mit seinen Einkäufen Zeit. Man kauft also wieder später und lässt sich mehr Zeit für die Auswahl der Geschenke. In den Geschäften tummelt man sich aber schon früher. Denn mehr als jeder Vierte beginnt mit seinen Einkäufen bereits im November, stolze 17 Prozent bereits im Oktober oder noch früher. Vor allem ältere Konsumenten - und hier eher die Frauen - neigen dazu, ihre Einkäufe früher zu erledigen, die Jüngeren - insbesondere Männer - lassen Weihnachten lieber auf sich zukommen.

Ältere Generation gibt am meisten aus
Wie viel die Wienerinnen und Wiener für Weihnachtsgeschenke ausgeben, ist durchaus sehr unterschiedlich. Beachtliche zehn Prozent plant mehr als 800 Euro auszugeben, weitere 20 Prozent zwischen 400 und 800 Euro. Jeder sechste will sein Budget mit 100 Euro begrenzen. Besonders großzügig zeigt sich die ältere Generation - sie plant mit über 400 Euro die höchsten Ausgaben von allen Altersgruppen. Etwas tiefer in die Tasche greifen werden auch Wiener mit Kindern unter 15 Jahren - sie planen im Schnitt 380 Euro auszugeben. Männer liegen mit geplanten Durchschnittsausgaben von 370 Euro über dem Wert der Frauen von 350 Euro - zumindest in der Befragung. Pro Geschenk werden heuer übrigens 52 Euro im Schnitt ausgegeben. Im vergangenen Jahr waren es nur 50 Euro. Der Anteil jener Menschen, die aus unterschiedlichen Gründen - etwa ein nicht-christliches Religionsbekenntnis oder die familiäre Situation - keine Geschenke kaufen werden, ist seit Jahren mit etwa 15 Prozent konstant.

Kunden ziehen echtes Einkaufserlebnis dem Internet vor
Obwohl das Internet heute praktisch jedem zugänglich ist, kaufen die Konsumenten nach wie vor am liebsten traditionell in einem Geschäft ein. Der Internethandel hat auch im heurigen Weihnachtsgeschäft nur eine untergeordnete Rolle. Tendenziell stärker genutzt wird es nur von Jungen unter 29 Jahre, bei älteren fällt das Netz praktisch durch. Wenn im Internet gekauft wird, dann sind es zum überwiegenden Teil Bücher (46%), gefolgt von Unterhaltungselektronik (24%) und Bekleidung bzw. Computer (beides 16%). Während des Jahres kaufen die Wiener sogar häufiger im Internet ein als in der Weihnachtszeit. "Das besondere Flair unserer festlich geschmückten Einkaufsstraßen und Grätzel macht Einkaufen in Wien zu einem besonderen Erlebnis, das durch die virtuelle Welt am Bildschirm nicht zu ersetzen ist", ist Jank überzeugt.

Bücher dominieren Geschenkliste, Bekleidung holt auf
Kontinuität gibt es an der Spitze der Geschenkliste der Wiener. Wie in den vergangenen Jahren führen Bücher die Hitliste der meistgekauften Geschenke an. Eine Veränderung gibt es auf Platz 2. Gutscheine (Anm.: sie zählen nicht zu den Umsätzen im Einzelhandel, da sie als Bargeldtausch gewertet werden) werden heuer ganz deutlich von Bekleidung überholt - es wird also wieder mehr eingepackt. Auf den weiteren Plätzen finden sich Spielwaren, Bargeld, Kosmetika, Unterhaltungselektronik und vieles mehr (siehe beiliegende Grafik). Besonders interessant ist aber auch ein näherer Blick auf die Art der Gutscheine, die dieses Jahr geschenkt werden. Ganz oben auf der Liste stehen Gutscheine für Bekleidung und Textilien, gefolgt von Gutscheinen für Kosmetiker, Bücher, Reisen, Genussmittel und Unterhaltung. Für den Bekleidungshandel dürfte das heurige Weihnachtsgeschäft also eine besonders gute Saison werden.

Eigene Wünsche noch sehr unklar
Was die Wienerinnen und Wiener ihren Liebsten schenken wollen, wissen sie heute bereits ziemlich klar. Wenig Gedanken haben sie sich hingegen darüber gemacht, was sie selbst geschenkt bekommen möchten. Stolze 40 Prozent sind immer noch unentschlossen und können ihren Schenkern daher noch keinen nützlichen Tipp geben. Wer sich bereits über seine Wünsche im Klaren ist, lässt sich dafür nur schwer einordnen, denn die Wunschliste der Wiener ist lang: von Büchern über Reisen und Bargeld bis hin zu Computern, Smartphones und immaterielle Geschenke wie Gesundheit oder ein Besuch der Familie in der Weihnachtszeit. Mit den bisherigen Geschenken dürften die Wienerinnen und Wiener offenbar recht zufrieden sein, denn mehr als die Hälfte der Befragten hat keine Sorge, etwas zu bekommen, was ihm oder ihr nicht gefällt. Der Rest wünscht sich allerdings, dass die Schenkenden kreativ sind und sich etwas Persönlicheres überlegen als Krawatten, Socken oder Küchengeräte.

Die repräsentative Konsumentenbefragung fand unter 400 Wienerinnen und Wienern unter 15 Jahren statt.

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