- 09.11.2010, 16:06:11
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"KURIER"-Kommentar von Karin Leitner: "Politische Logik"
Der oder die Beste muss ins Staatssekretariat für Familien. Aber nicht doch.
Wien (OTS) - Eine Firma hat einen mehrköpfigen Vorstand. Eines
seiner Mitglieder scheidet aus; der Posten muss nachbesetzt werden.
Wie geht das vor sich? Es gibt ein Anforderungsprofil, der Job wird
ausgeschrieben, von den Bewerbern wird der Beste engagiert.
Dort in der Wirtschaft, wo die Politik mitregiert, gelten mitunter
andere Gesetze, erst recht in der Politik selbst. Das exerziert die
ÖVP gerade wieder vor. Nach einem neuen Chef für das
Familienstaatssekretariat wird gefahndet. Der Steckbrief: Gesucht
wird eine Frau, die aus Tirol kommt und Mitglied des
Arbeitnehmerbundes ÖAAB ist. Ein eigenartiges Anforderungsprofil?
Nicht nach der ÖVP-internen Logik. Die folgt Interessen: Weil seit
dem Abgang von Günther Platter als Innenminister kein Tiroler mehr in
der Regierung ist, muss nun wieder ein solcher nach Wien - meinen die
Tiroler. Weil die bisherige Staatssekretärin Christine Marek
ÖAABlerin ist, muss auch ihre Nachfolgerin eine sein - meinen die
ÖAAB-Oberen. Und politisch und fachlich gänzlich unbeleckt sollte die
Neue auch nicht sein - meint die Parteispitze. So jemanden muss man
einmal finden.
Einfach den Qualifiziertesten nehmen? Auf eine derart aberwitzige
Idee kommen wohl nur Menschen, die von Politik nichts verstehen.
Rückfragehinweis:
KURIER, Innenpolitik
Tel.: (01) 52 100/2649
mailto:innenpolitik@kurier.at
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