"KURIER"-Kommentar von Josef Votzi: "Straflager Opposition"

Warum sich Christine Marek weiter den Wien-Job antut, weiß nur sie selber.

Wien (OTS) - Christine Marek hatte bis gestern zwei Jobs am Hals. Als Familienstaatssekretärin machte sie für mehr Kindergärten, Väter in Karenz und generell ein familienfreundlicheres Klima mobil. Als Alleinerzieherin weiß sie, wovon sie redet. Auch Mitbewerber bescheinigten ihr, dabei einen guten Job gemacht zu haben.
Im Frühjahr übernahm Marek zudem die Führung der Wiener ÖVP, positionierte sich aber immer mehr als Wien-Botschafterin von Maria Fekter. Ihre Kundschaft nahm ihr den Kurswechsel von kunterbunt auf schwarz-weiß nicht ab. Bei der Wien-Wahl fiel sie mit Bomben und Granaten durch. Marek gibt nun den erfolgreichen Job als Familienstaatssekretärin auf. Und macht nur noch dort weiter, wo sie gerade spektakulär gescheitert ist.
Gegen die Gemengelage, die sie erwartet, ist das Kabinett Faymann-Pröll eine Sanatoriumsanstalt. Marek muss gegen einen SP-Bürgermeister Opposition machen, der sich auf eine rot-grüne Mehrheit stützt, gleichzeitig aber politische Geschäfte mit der VP-Wirtschaftskammer macht - und umgekehrt.
Christine Marek hat theoretisch fünf Jahre Zeit, ihr historisches Wahldesaster in Wien wettzumachen. Die real existierende Politik hat nicht mehr so lange Zeit zu widerlegen, dass sie ins Sado-Maso-Fach abgleitet.

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