- 05.11.2010, 18:44:42
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Bischof Bünker: Bei Pflege darf nicht gespart werden
Evangelisch-lutherischer Bischof gegen Kürzungen in der Pflege, bei Familien, im Bildungsbereich und der Entwicklungszusammenarbeit
Wien (OTS/epdÖ) - "Das Ergebnis dieses und der weiteren
Gespräche wird man sehen, wenn die Budgetrede gehalten wird", sagte
der evangelisch-lutherische Bischof Michael Bünker im Anschluss an
das Gespräch der Religionsvertreter mit Kanzler und Vizekanzler am
Freitagnachmittag in Wien. Dann werde deutlich, was "auf- und
ernstgenommen wurde". Für den Bischof ist bei dem Gespräch die
zentrale Frage im Raum gestanden, "was brauchen die Menschen in
dieser Situation?". "Ich denke an junge Menschen, die vom Wegfall der
Familienbeihilfe betroffen sind, Arbeit suchen und als
Sozialhilfeempfänger in die Mindestsicherung gedrängt werden, an die
Universitäten, die mehr Geld brauchen, an den gesamten
Bildungsbereich als Zukunftsinvestition".
Gerade bei der Pflege dürfe nicht gespart werden, warnte der Bischof
bei dem Gespräch, das er als "offen" erlebt habe. Offenbar sei nicht
bedacht worden, dass durch den Wegfall des Pflegegelds Betroffene
noch mit weiteren negativen Folgen rechnen müssen. Die Kürzungen im
Pflegebereich hält Bünker für ein "schlechtes Signal der Regierung",
die ja die Einrichtung eines Pflegefonds vereinbart hätte. Dieser, so
Bünker, sollte "möglichst rasch" verwirklicht werden. Als
"unverständlich" bezeichnete der Bischof die Kürzungen bei Menschen
mit Behinderungen: "Hier wird bei Menschen gespart, die unsere
Unterstützung und Solidarität am meisten verdienen."
Kritisiert wurden von Bünker auch die Kürzungen in der
Entwicklungszusammenarbeit, zumal Österreich hier vom Ziel der 0,7 %
"ohnedies weit entfernt" sei. Andere Länder, die wie Großbritannien
noch mehr sparen müssten, hätten hier nicht gekürzt sondern erhöht,
weil es um "Hilfe vor Ort" gehe, für Menschen, die oft gezwungen sind
"sich aufzumachen um anderswo bessere Lebensbedingungen zu suchen".
Bünker schlug vor, wie in anderen Ländern die Ausgaben für
Entwicklungszusammenarbeit gesetzlich zu regeln statt sie wie derzeit
als Ermessensausgaben zu handhaben.
Grundsätzlich stelle sich die Frage, wie der Beitrag zur Krise
gerecht verteilt werde. Nach christlichem Verständnis sollten die,
die mehr Vermögen besitzen, "mehr beitragen als die, die sowieso
schon mit dem Durchkommen zu raufen haben", sagte der
evangelisch-lutherische Bischof.
Rückfragehinweis:
epdÖ
Dr. Thomas Dasek
Tel.: Tel.: 0664 22 395 11
mailto:epd@evang.at
http://www.evang.at
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