Hundstorfer bei Pressekonferenz: Jede Ausbildung mindert das Risiko, arbeitslos zu sein

Jugendliche sollen nach Pflichtschule weitere Ausbildung absolvieren

Wien (OTS/SK) - Sozialminister Rudolf Hundstorfer hat am Freitag gemeinsam mit dem Generaldirektor der Statistik Austria, Konrad Pesendorfer, eine Studie zum Thema "Einritt junger Menschen in den Arbeitsmarkt" vorgestellt. "Besonders junge Menschen, die nur einen Pflichtschulabschluss haben, haben das Risiko, lange arbeitslos zu bleiben oder armutsgefährdet zu sein", so der Minister. Das geht aus der Studie deutlich hervor. Hundstorfer möchte aus diesem Grunde die Notwendigkeit für eine Ausbildung über die Pflichtschule hinaus noch stärker im Bewusstsein der Menschen verankern. ****

Bezug nehmend auf diese Problematik wies der Sozialminister darauf hin, dass gerade Menschen nach der Pflichtschule abgeholt werden müssen. Hundstorfer hob besonders die Lehrlinge hervor: Mit Ende Oktober gab es in Österreich insgesamt 129.595 Lehrverhältnisse. Erfreulich: Es gab auch um 1,4 Prozent mehr Lehrlinge im ersten Lehrjahr als im Vorjahr, nämlich 39.500. Ebenfalls positiv sei, dass der Bestand offener Lehrstellen höher als im Vorjahr war. "Wir haben die überbetrieblichen Ausbildungsstätten ausgebaut, aktuell sind 10.400 junge Menschen in solchen Ausbildungen. Das Gesamtziel ist, dass wir diese Menschen vorbereiten, Bildungsdefizite aufarbeiten und sie in ein betriebliches Lehrverhältnis integrieren", erklärte der Minister.

"Die Botschaft lautet: Nur eine Pflichtschule zu absolvieren bedeutet ein hohes Risiko. Wir haben daher als Bundesregierung die Ausbildungsgarantie ausgerufen", so Hundstorfer, der die Ausbildungsgarantie erweitern und allen Jugendlichen nach der Pflichtschulzeit eine Ausbildung "verordnen" möchte. Der Minister möchte dies vorerst gesellschaftspolitisch, nicht per Gesetz, umsetzen. "Es geht darum, aufzuzeigen, dass nach erledigter Pflichtschule noch eine Ausbildung absolviert werden soll", so Hundstorfer. Ob das eine AHS-Oberstufe, eine HTL oder eine Berufsausbildung ist, sei nicht so wichtig. "Jede Ausbildung mindert massiv das Risiko, arbeitslos zu werden", betont der Minister.

Als weiteres wichtiges Projekt sprach Hundstorfer die "Aktion 6.000" an, die jungen Menschen mit akademischer Ausbildung mit einer Eingliederungsbeihilfe den Einstieg in den Arbeitsmarkt erleichtert. "Aus den 6.000 wurden 8.500 - ein Zuwachs, den ich gerne in Kauf genommen habe", so der Minister.

In Summe konnten heuer 122.800 Jugendliche nach der Arbeitslosigkeit wieder eine Beschäftigung aufnehmen; 69.000 unter 25 haben ein Kursangebot in Anspruch genommen. Einen Anteil daran trägt auch das Arbeitsmarktservice (AMS) mit seinen Aktivitäten. Es sei bei den Budgetverhandlungen geglückt, alle Projekte für junge Menschen zu erhalten. "Kein Euro wurde hier eingespart", sondern weiterhin aktivierende Arbeitsmarktpolitik betrieben. Es sei wichtig, jungen Menschen die Chance zu geben, in den Arbeitsmarkt integriert zu werden.

Einige weitere Ergebnisse der Studie der Statistik Austria: Soziale Netzwerke sind zentral für den Einstieg in den Arbeitsmarkt, zwei Drittel aller jungen Menschen schaffen einen Berufseinstieg unter drei Monaten nach Ausbildungsende. 27 Prozent der Berufseinsteiger sind atypisch beschäftigt. Die Ausbildungen Lehre mit 39 Prozent und Studium mit 38 Prozent sind die am häufigsten abgebrochenen Ausbildungen. (Schluss) bj/mo/mp

Rückfragen & Kontakt:

SPÖ-Bundesorganisation, Pressedienst, Löwelstraße 18, 1014 Wien
Tel.: 01/53427-275
http://www.spoe.at/impressum

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NSK0004