JournalistInnen müssen Tiroler Gratiszeitungs-Flop ausbaden: Job weg!

Gewerkschaftsprotest am Europa-Aktionstag "Stand up for journalism"

Wien (OTS/ÖGB) - Es wirkt zynisch: Punktgenau zum heutigen europaweiten Aktionstag, an dem Journalistengewerkschaften wie seit 2007 unter dem Motto, "Stand up for journalism" für Journalistenrechte, korrekte Arbeitsbedingungen, für Qualitätsjournalismus sowie gegen überbordende Kommerzialisierung und politischen Druck eintreten, kündigte gestern die "Tiroler Woche" alle 31 MitarbeiterInnen ihrer Ausgaben Stubai/Wipptal und Kitzbügel sowie "Tip", "Haller Lokalanzeiger". Bestenfalls ein Drittel von ihnen sollen in andere Blätter übernommen werden. "Damit steht fest, dass den verlegerischen Flop, vor drei Jahren alteingesessene Lokalzeitungen wie etwa die Außerferner Nachrichten (87 Jahre!) in Gratisblätter umzuwandeln, nun die JournalistInnen und andere MedienmitarbeiterInnen ausbaden müssen", kritisierte Michael Kress, Präsident der Mediensektion Kommunikation und Publizistik in der Gewerkschaft GdG-KMSfB (Gewerkschaft der Gemeindebediensteten -Kunst, Medien, Sport, freie Berufe).++++

"Es ist dies nach der OÖ Rundschau das zweite Paradebeispiel dafür, wie erfolgreiche Lokalblätter durch die Geldgier von VerlegerInnen als Gratisblätter ruiniert werden können", sagte Kress. Die Gewerkschaft wird allen betroffenen Mitgliedern volle Unterstützung gewähren.

Parlament soll KV-Flucht gesetzlich verhindern

Neben der aktuellen Tiroler Causa kritisiert Kress die ebenso negative Entwicklung, dass Verlage sich durch Auslagerung des Redaktionspersonals in Tochterunternehmen aus dem Journalisten-KV heraus stehlen. "Dem muss vom Gesetzgeber dringend ein Riegel vorgeschoben werden", forderte Kress. In Briefen an alle Abgeordneten zum Nationalrat und Bundesrat zeigt die Mediensektion diese Fehlentwicklung auf und fordert die Parlamentarier zu entsprechenden Gesetzesinitiativen auf.

"Zeilen der Freien sind etwas wert - korrekt bezahlen!"

Schließlich tritt die die Mediensektion Kommunikation und Publizistik nachdrücklich für die korrekte Bezahlung der freien Journalisten ein. Konkret kritisiert hier Kress, dass "viele Verleger nicht nur spät, sondern allzu oft auch unter den KV-Mindesthonorarsätzen zahlen, sich dafür aber die Nutzungsrechte für alle Ewigkeit und all ihre Verlagsprodukte abtreten lassen." Aber "die Zeilen auch der freien Journalisten sind etwas wert und besonders Tageszeitungen brauchen engagierte freie Journalisten, um qualitativen Standard halten zu können. Dieser Einsatz und dieses Engagement müssen angemessen bezahlt werden". Daher stehe die Gewerkschaft auf für die Freien -Motto: "Stand up for journalism", schloss Kress.

Rückfragen & Kontakt:

Michael Kress Tel.: 0664/201 70 45, e-mail: michael.kress@mediengewerkschaft.at
GdG-KMSfB-Pressereferat 01/313 16-83 616

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