Seibersdorf in Zugzwang

Kerschbaum: EU-Richtlinie zur Lagerung von radioaktiven Abfällen betrifft auch Österreich!

St. Pölten (OTS) - Österreich verschläft seit Jahren das Endlagerproblem für unsere Abfälle aus Medizin und Forschung in Seibersdorf. "Doch die Tage der endlosen oberirdischen Zwischenlagerung von radioaktiven Abfällen sollten von nun an gezählt sein", so die Anti-Atomsprecherin der niederösterreichischen Grünen, Elisabeth Kerschbaum, überzeugt.
Der aktuelle Richtlinienentwurf der EU-Kommission zur Lagerung von radioaktiven Abfällen sieht vor, dass die Mitgliedsstaaten innerhalb von 4 Jahren ein Konzept für die Endlagerung ihres Atommülls erstellen müssen. "Damit kommt die Politik endlich unter Zugzwang, sich Gedanken über die Endlagerung zu machen. Was wir von anderen erwarten und einfordern, nämlich die sichere Lagerung von Atommüll, müssen wir wohl auch selbst gewährleisten", hält Kerschbaum fest. "Solange wir darüber nicht einmal nachdenken, nimmt uns kein AKW-Betreiber ernst, wenn wir mangelnde Endlagerkonzepte kritisieren!"
Das bisherige liebäugeln der Regierung mit dem so genannten "Risikoausgleich" im Strahlenschutzgesetz ist Kerschbaum schon lange ein Dorn im Auge: "Du nimmst meinen Müll - dafür akzeptiere ich deine AKWs - damit wäre die österreichische Anti-Atompolitik endgültig gestorben", fasst Kerschbaum zusammen. Sie sieht im "Risikoausgleich" eine Verzögerungstaktik, weil sich bisher noch kein Umweltminister mit diesem umfangreichen Problem auseinandersetzen wollte.
BM Berlakovich ist jetzt aufgefordert, sich Gedanken über den Ablauf der nationalen Endlagersuche zu machen - "und LR Pernkopf kann ihn dazu ruhig ein wenig drängen, denn die Betriebsbewilligung für das Zwischenlager im niederösterreichischen Seibersdorf läuft 2030 aus", warnt die grüne Budnesrätin Kerschbaum

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