Unter Vorsitz von Bildungsministerin Claudia Schmied tagt die OECD-MinisterInnenkonferenz für Bildung in Paris

Wien (OTS) - Unter dem Vorsitz von Bildungsministerin Dr. Claudia Schmied fand gestern und heute in Paris die OECD-MinisterInnenkonferenz für Bildung statt. Die Vizevorsitzenden stellten Neuseeland mit Ministerin Hon. Anne Tolley und Mexiko mit Minister Alonso Lujambio.

Zum Thema "In Human- und Sozialkapital investieren: Neue Herausforderungen" trafen VertreterInnen aus 39 Ländern zusammen. Neben den 33 OECD-Mitgliedsstaaten (darunter die jüngst beigetretenen Länder Chile, Israel und Slowenien) nahmen die Beitrittskandidaten Estland und die Russische Föderation teil. Vertreten waren weiters Indonesien und Südafrika, mit denen die OECD enge Kooperationsbeziehungen pflegt, sowie Ägypten und Rumänien.

Die OECD-MinisterInnenkonferenz ermöglichte auf internationaler Ebene MinisterInnen sowie VertreterInnen der UNESCO, des Europarats sowie der EU einen wertvollen Erfahrungs- und Meinungsaustausch zur Frage, wie Staaten jetzt und in Zukunft ihre Bildungssysteme gestalten sollen.

Bildungsministerin Claudia Schmied: "Die OECD-MinisterInnenkonferenz hat gezeigt, dass den 39 Ländern ein Austausch wichtig ist, der von Kooperationsdenken getragen ist - und nicht von Wettbewerb. Alle TeilnehmerInnen sind sich einig, dass wir die Investitionen im Bildungsbereich verstärken sowie für Chancengerechtigkeit und beste Bildungsqualität sorgen müssen."

Vor den eigentlichen Beratungen erhielten die TeilnehmerInnen des OECD-MinisterInnentreffens Inputs von verschiedenen Seiten:

- Aus der Zivilgesellschaft waren via Web unter dem Motto "Raise Your Hands" Meinungen eingeholt worden: Aus mehr als 90 Ländern wurden innerhalb von 30 Tagen online über 27.000 Stimmen abgegeben und die wichtigsten Prioritäten für die Bildungspolitik benannten. So solle die Schule die Fähigkeit zum kritischen Denken stärken und den SchülerInnen die Möglichkeit geben, ihre natürlichen Talente zu entdecken und zu entwickeln. Qualitätvolle Bildung und faire Chancen für alle, unabhängig von der sozialen Zugehörigkeit und Abstammung, wurden gefordert.

- aus einer Konsultation mit den Sozialpartnerorganisationen BIAC (Business and Industry Advisory Committee) und TUAC (Trade Union Advisory Committee) sowie

- von einem gut besuchten Politikforum, in dem u. a. hochrangige ExpertInnen wie Charles Leadbeater, H. E. Shuyun Shi oder Frank Vandenbroucke diskutierten.

Durchgängiges Thema der Diskussionen der BildungsministerInnen während der Konferenz war die Schlüsselrolle, die die Bildungssysteme in allen Ländern spielen, wenn es um die zukünftige Entwicklung von Wirtschaft und Gesellschaft geht. Bildung und Ausbildung sind elementare Bedingungen für wirtschaftliche Erholung und den Aufbau einer soliden Basis von Kompetenzen für innovationsbasierte Volkswirtschaften des 21. Jahrhunderts. Sie tragen wesentlich zum sozialen Zusammenhalt bei und unterstützen die soziale Mobilität -beides sind wesentliche Faktoren für Gesellschaften und Kulturen, die eine steigende Diversität charakterisiert.

Vier Themenschwerpunkte wurden in Arbeitsgruppen erörtert:

- Die Auswirkungen der Wirtschaftskrise auf die Bildung - und wie in den einzelnen Ländern damit umgegangen wurde bzw. wird

- Die Anpassung der Qualifikationen und Kompetenzen der Menschen an die wachsenden Anforderungen einer wissensbasierten Gesellschaft

- Die Rolle der LehrerInnen und ihre Ausbildung

- Das Sichtbarmachen des umfassenden sozialen Nutzens von Bildung

Einhellig stimmten die MinisterInnen überein, dass es mehr als "business as usual" braucht, um die Bildungssysteme mit den besten Schulen und den besten LehrerInnen auszustatten. Die budgetären Investitionen müssen verstärkt werden. Es ist notwendig, die breit angelegten Reformbemühungen konsequent fortzusetzen, um das Potential von Bildung bei der Vermehrung von Human- und Sozialkapital zu erschließen - Kapital, das wir jetzt und in der Zukunft dringend benötigen.

Eine Schlüsselrolle der Bildungspolitik spielt heute und in Zukunft "Public Governance", die Steuerung des Mitteleinsatzes, und die Verankerung der Verantwortungskultur. Die OECD hielt einmal mehr fest, dass eine klare Verantwortung am Schulstandort (Wahrnehmung von Leitungsverantwortung) entscheidend den Bildungserfolg bestimmt. Eine lebendige Feedback-Kultur, eine Schule, die die SchülerInnen in den Mittelpunkt rückt, und Maßnahmen zur Qualitätssicherung, auch im Wege externer Evaluierungen, sind dabei entscheidend. Investitionen in Bildung, darin waren sich die MinisterInnen einig, müssen von Innovationen begleitet werden.

Bildung muss in der frühen Kindheit beginnen, Koalitionen mit der Wirtschaft und Stakeholdern müssen die gesamte Bevölkerung zum lebenslangen Lernen mobilisieren. International vergleichbare Bildungsstandards sind Voraussetzung. Die MinisterInnen begrüßten die von der OECD entwickelten Tests wie PISA. Einigkeit herrschte darüber, dass den LehrerInnen eine Schlüsselrolle hinsichtlich des Bildungserfolgs unserer Jugend zukommt. Für die TeilnehmerInnen des OECD-MinisterInnentreffen steht fest, dass neben der Reformierung der LehrerInnenausbildung auch in dauerhafte Unterstützung, Feedback-Kultur und Weiterbildungsangebote investiert werden muss. Qualitätvolle Bildung hat positive Auswirkungen auf viele Lebensbereiche: bessere Gesundheit, soziale Partizipation und Sozialkompetenz, politisches Engagement, Vertrauen und Toleranz. Insofern hielten die MinisterInnen bei der Konferenz fest, dass sie bei der Entwicklung von Bildungsprogrammen weiterhin der Vermittlung von nicht-kognitiven Kompetenzen, Werten, Normen und Einstellungen Rechnung tragen werden.

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