"KURIER"-Kommentar von Karin Leitner "Perspektivenwechsel"

Jetzt, wo keine Wahl ansteht, sollte über Integration geredet werden.

Wien (OTS) - Heinz-Christian Strache heult auf. Dass die Grüne Maria Vassilakou Integrationsstadträtin wird, sei "eine Katastrophe". Sie würde "Massenzuwanderung forcieren". Es ist die erwartbare, weil übliche Polemik in Blau. Es liegt an Vassilakou, sie als solche zu entlarven - indem sie das macht, was in Wien lange vernachlässigt worden ist: Integrationspolitik.
Auch wenn diese in der Hauptstadt besonders vonnöten ist, allein von dort aus ist sie nicht zu bewerkstelligen. Der Bund muss mitziehen. Nach Straches Erfolg in Wien war wieder einmal über ein Integrationsstaatssekretariat debattiert worden. So schnell wie die Aufregung ob des Zulaufs zum Anti-Ausländer-Rabauken verebbte dieses Thema. Dabei wäre gerade jetzt, wo keine Wahlen anstehen, die Zeit, ernsthaft über Sinn oder Unsinn eines derartigen Regierungspostens zu reden. Vieles spricht dafür. Es ist ein Unding, dass die Integrationsagenden im Innenministerium beheimatet sind. Das ist dafür zuständig, Kriminalität zu bekämpfen; das schafft den unlauteren Konnex: Ausländer sind Gfraster. Symbolik allein wäre freilich zu wenig. Ein Integationsstaatssekretär müsste Straches dummen Sprüchen ein kluges Konzept entgegenhalten. Das könnte sich bei der nächsten Wahl bezahlt machen.

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