ARBÖ: Umweltzonen sind weiterer Anschlag auf Pendlerinnen und Pendler

Wien (OTS) - Pendlerinnen und Pendler tragen durch ihre Steuerleistungen nachhaltig zur Sanierung des Staatshaushaltes bei, doch die Regierung plant mit der Einführung von Umweltzonen weitere Belastungen für all jene, die für dem Weg zur Arbeit auf das Auto angewiesen sind. "Das ist ein weiterer Anschlag auf fleißige Pendlerinnen und Pendler, denen die Regierung eine saftige Erhöhung der Mineralölsteuer und eine viel zu kleine Kompensation durch höhere Pendlerpauschalen zumutet," kritisiert der ARBÖ.

Nach den Plänen der Regierung soll das Umweltzonen-Pickerl in Österreich mindestens 20 Euro kosten, doppelt so viel wie in Deutschland, wo es zwischen fünf und zehn Euro kostet, kritisiert der ARBÖ. "Es ist überhaupt nicht einzusehen, warum dieses Pickerl bei uns so teuer sein soll", kritisiert der Leiter der ARBÖ-Rechtsabteilung Mag. Gerald Kumnig. Offensichtlich soll einfach nur abkassiert werden. Gerade Pendlerinnen und Pendler, die zur Erreichung ihrer Arbeitsstätte auf den Pkw angewiesen sind, haben keine Wahl, diese Kosten zu vermeiden, die der Umweltminister in seinem Entwurf zu IG-L-Kfz-Abgasklassen-Kennzeichnungsverordnung völlig herunterspielt.

Umweltzonen bringen der Umwelt wenig bis gar nichts, führen aber zu einer beispiellosen Wertvernichtung. Abgewertet werden damit alle Gebrauchtwagen, die in Österreich - im gravierenden Unterschied zu Deutschland - besonders beliebt sind. Wer wird sich künftig noch einen Gebrauchten zulegen, wenn man damit nicht mehr überall hinfahren kann, so der ARBÖ. Abgewertet werden alle Fahrzeuge, die älter als fünf Jahre sind. 2,85 Millionen Pkw sind von einem ständigen Fahrverbot durch Umweltzonen bedroht. In Österreich werden pro Jahr über 700.000 Gebrauchtwagen verkauft. Damit ist der Gebrauchtwagenmarkt doppelt so groß wie der Markt für neue Pkw, der bei knapp unter 300.000 liegt. Grund dafür ist die Normverbrauchsabgabe (NoVA), die man beim Kauf eines Neuwagens zahlen muss, bei einem Gebrauchtwagen jedoch wegfällt.

Allein in Graz würde nach einer Studie des Joanneum Research zu einer Wertvernichtung von 64 Millionen Euro kommen. Weiters würden 1.500 Arbeitsplätze und ein Umsatz von 430 Millionen Euro verloren gehen. "Diese enorme Wertvernichtung steht in keinem Verhältnis zu den 1,26 Prozent Einsparung an Feinstaub-Emissionen, die durch die Umweltzone erreicht werden soll", kritisiert Landesgeschäftsführer des ARBÖ Steiermark Hans Marcher. Beim ARBÖ gibt es die Möglichkeit, online gegen diese Pläne zu protestieren: www.arboe.at/umweltzone.html.

Der ARBÖ kritisiert, dass in Österreich auch alle Benzin-Autos aus den Umweltzonen verdammt werden können, während in Deutschland benzinbetriebene Pkw eine grüne Umweltplakette erhalten, auch wenn diese schon 17 Jahre alt sind. Es ist nicht einzusehen, dass in Österreich auch Benziner der Umweltzone unterliegen, obwohl diese so gut wie keinen Feinstaub aus Verbrennung erzeugen. Hier werden Österreichs Fahrzeuglenker krass schlechter behandelt.

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