"KURIER"-Kommentar von Helmut Brandstätter "Leistung a la Bures"

Wer zu den Vertrauten der Ministerin gehört, kann sich einiges leisten.

Wien (OTS) - Der neue ÖBB-Chef Christian Kern ist mit deutlichen Ansagen in den schwierigsten Managementjob des Landes gestartet. Er werde den "Selbstbeschäftigungszirkus" im Unternehmen beenden und eine "Leistungskultur" aufbauen. Die zuständige Ministerin hält von so ehrgeizigen Vorhaben offenbar nichts. Doris Bures fällt nichts dazu ein, dass im ÖBB-Aufsichtsrat offen über Bestechung im Zuge des ohnehin absurd teuren Kaufs der ungarischen MAV Cargo gesprochen wurde. In diesem Land muss man gewisse Dinge ganz klar sagen: Im Aufsichtsorgan eines Staatsunternehmens wird über illegale Zahlungen gesprochen, und der Vorsitzende des Gremiums, der Bures-Vertraute Pöchhacker, geht auf Tauchstation, während die Ministerin nichts Schlimmes daran sieht. Die neue Leistungskultur wird sich auch Kern etwas anders vorgestellt haben.
Apropos Leistung: Telekom-Regulierer Georg Serentschy hat zwar seinen Job so gut gemacht, dass ihn die EU-Aufsichtsbehörden zu ihrem Chef haben wollen, aber in Österreich muss sich Herr Serentschy irgendwie verdächtig gemacht haben. Ministerin Bures will ihn durch einen Vertrauten ersetzen. Er hätte sich wohl mehr Unterwürfigkeit leisten müssen ...

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