Grünewald: Pröll soll Regierungsbericht zur Lage der Studierenden lesen

Streichung der Familienbeihilfe verschärft Situation einmal mehr

Wien (OTS) - Der Grüne Wissenschaftssprecher Kurt Grünewald ist über die Aussagen von Finanzminister Pröll zur Lebenssituation von Studierenden schwer verärgert: "Die Bemerkungen, mit 24 Jahren sollten Studierende so weit sein, sich ihr eigenes Geld zu verdienen, wenn Gleichaltrige mit Lehre in diesem Alter schon längst Steuern zahlen und auch keine Familienbeihilfe bekommen, ist abstoßender Zynismus. Dieses Argument strotzt von Unwissen. Da steigt mir die Zornesröte ins Gesicht."

Grünewald rät dem Vizekanzler "zumindest den Bericht der Bundesregierung zur sozialen Lage der Studierenden zu lesen, bevor er sich freiwillig blamiert". Demnach müssen zwei Drittel der Studierenden arbeiten und die dadurch entstehenden Studienverzögerungen sind bereits bei einer Arbeitszeit von zwölf Wochenstunden evident. Grünewald: "Ein Viertel der Studierenden schrammt an der Armutsgrenze! Zudem ist auch bekannt, dass Ressourcenmangel und schlechte Betreuungsverhältnisse an den Unis zu unverschuldeten Studienverzögerungen und Wartezeiten führen." WIFO und Industriellenvereinigung weisen wie zahlreiche ExpertInnen seit Jahren darauf hin, dass Einkommensverzichte während der Studienzeit ganz massive Nachteile im Lebenseinkommen nach sich ziehen. Auf der anderen Seite bekommt der Staat aber seine an Studierenden geleisteten Transferzahlungen in mehrfacher Höhe durch deren spätere Abgabenleistungen zurück.

Es sei höchst ärgerlich, Studierende und deren Eltern derart mit öffentlichen Anschuldigungen anzuschütten und negative Stimmung zu machen, nur um dann angesichts einer kochenden Volksseele leichter drüberfahren zu können. "Pröll soll sein Finanzministerium nicht wie eine Seifenoper führen oder war Loipersdorf doch nur ein Dampfplauderbad? Shame on you, Herr Vizekanzler!"

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