WKÖ-Gleißner: Österreichs Familien haben es gut - Aber Nachholbedarf in der Kinderbetreuung

Familienpolitik verhindert Kinderarmut in finanzieller, aber nicht in demografischer Hinsicht- Frauen mit höherer Ausbildung fehlen Anreize zur Familiengründung

Wien (OTS/PWK795) - "Familie macht reich - an Sinn, an Werten,
an Lebensqualität. Doch auch finanziell haben es Österreichs Familien relativ gut", betonte Rolf Gleißner, stv. Leiter der Abteilung Sozialpolitik in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), gestern, Dienstag, im Rahmen der Enquete "macht Familie arm?...und/oder reich?" des Katholischen Familienverbandes Österreichs.

Neben einem hohem Einkommensniveau und einer sehr gleichmäßigen Einkommensverteilung hat Österreich im internationalen Vergleich auch ein großzügiges System der Familienförderung: Bei Geldleistungen liegt Österreich unter allen OECD-Staaten hinter Luxemburg an zweiter Stelle. Mit ihren Beiträgen zum Familienlastenausgleichsfonds und zur Krankenversicherung finanzieren die österreichischen Unternehmen ca. zwei Drittel der Familienleistungen.

Auch arbeitsrechtlich sind Österreichs Mütter und Väter gut abgesichert: Zum Mutterschutz und umfassenden Kündigungsschutz kommen das Recht auf Elternteilzeit und der Pflegeurlaub. Jedoch bei den Sachleistungen, das sind vor allem Kinderbetreuungseinrichtungen, liegt Österreich unter dem OECD-Durchschnitt.

Das österreichische System verhindert Kinderarmut in finanzieller, nicht aber in demografischer Hinsicht: Österreich hat eine sehr niedrige Fertilität, wobei Kinderwunsch und Kinderzahl mit dem Bildungsgrad der Frau noch sinken. "Fazit: Familien machen in Österreich nicht arm, es ist eher umgekehrt: Unser System gibt Frauen mit niedrigerem Bildungsniveau und Einkommen einen viel stärkeren Anreiz zur Familiengründung als Frauen mit höherer Ausbildung", stellte Gleißner fest.

Um echte Wahlfreiheit für Eltern zu schaffen, muss die externe Kinderbetreuung ausgebaut werden. Kindergärten, aber auch Schulen müssen Angebote für den Nachmittag und die Ferien haben. "Das fördert eine armutsvermeidende Beschäftigung und die Familiengründung", ist Gleißner überzeugt. Schließlich darf an der Ausbildung der Kinder nicht gespart werden, da niedrige Einkommen fast immer mit einem niedrigen Bildungsniveau einhergehen. (AC)

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Dr. Rolf Gleißner
Tel.: +43 (0)5 90 900 4288
E-Mail: rolf.gleissner@wko.at

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