Schmied zu Volksgruppentag: Mehrsprachigkeit ist Stärke und Schatz unserer Gesellschaft

Gesprächskultur und Wertschätzung für alte und neue Volksgruppen wichtig

Wien (OTS/SK) - Die Bedeutung von Mehrsprachigkeit als "Stärke und Schatz unserer Gesellschaft" unterstrich Bundesministerin Claudia Schmied heute, Montag, bei einer Podiumsdiskussion zum Thema "Schule und Bildung" im Rahmen des Österreichischen Volksgruppentags im Parlament. Gesprächskultur, Respekt, Interesse und Wertschätzung seien für die "alten" und "neuen" Volksgruppen gleichermaßen wichtig, so Schmied. Das Wissen der Vertreterinnen und Vertreter der Volksgruppen um den "Reichtum der Vielfalt und über Mehrsprachigkeit als Voraussetzung für sozialen Frieden und Erfolg" sei gerade auch im Integrationsdialog im Kontext der Migration von enormer Bedeutung, bekräftigte Ministerin Schmied in ihrem Impulsreferat. ****

Für Schmied ist weiters klar, dass es "popularisiert" werden müsse, dass "Muttersprache zu fördern, heißt: Selbstwert und Selbstvertrauen der Kinder zu stärken, damit sie dann auch die Mehrheitssprache leicht erlernen können". Für die Zukunft brauche es "ein Konzept für Mehrsprachigkeit auf einer möglichst breiten Basis -und zwar für die autochthonen Volksgruppen wie für die neuen Mitbürger". Die Ministerin plädierte hier die Entwicklung einer "Regionalsprachenkonzepts", das für alle gleichermaßen zugänglich ist. Schmied machte deutlich, dass "Kulturförderung als Unterstützung der von Volksgruppen geschaffenen Einrichtungen soziales Kapital absichern" könne. Gewürdigt wurden von der Ministerin auch die Verdienste der Vertreter und Vertreterinnen der Volksgruppen (z.B. Künstler, Botschafter, Wissenschafter), die "solidarisch zu ihrer Herkunft und kritisch gegenüber Abgrenzung" viel zum Gelingen unserer Gesellschaft beitragen.

Zum Thema Volksgruppenrecht verwies Schmied auf jene drei Arbeitsgruppen im Bundeskanzleramt, die bis zum Jahresende Maßnahmen erarbeiten werden, die zu einer Reform des Volksgruppenrechts führen sollen. Sie erwarte sich u.a. Vorschläge im Bereich der Minderheitenschulgesetze im Burgenland und Kärnten sowie Konzepte zur Lehrerausbildung, um sie für den mehrsprachigen Unterricht vorzubereiten. Den "idealen Volksgruppentag 2014" - 100 Jahre nach den Ereignissen von Sarajewo 1914 - stelle sie sich als "Fest des endgültigen Abschieds vom Krieg der Völker, Sprachen und Kulturen" vor, so Schmied. Übereinstimmung sollte es bis dahin auch darüber geben, dass es in mehrsprachigen Regionen eine "sichtbare und gelebte Kultur der Mehrsprachigkeit gibt - von den Ortstafeln über die Medien bis hin zum öffentlichen Sprachgebrauch." Bekräftigt hat Ministerin Schmied auch ihre Absage an einer Verländerung der Schulkompetenzen:
"Ich trete eindeutig für Bundeskompetenz ein". Es dürfe zu keinem "Fleckerlteppich im Bildungsbereich" kommen, was letztlich auch ein Ende jeder Bildungsreform zur Folge hätte, so Schmied. (Schluss) mb/bj

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