"KURIER"-Kommentar von Martina Salomon "Gratis-Uni am Ende"

Soll der Staat alles zahlen? Das australische Studiengebührenmodell ist besser.

Wien (OTS) - Nach den Studenten tun es heute die Rektoren: Sie
gehen auf die Barrikaden, weil die Zustände an vielen Universitäten unhaltbar geworden sind. Österreich muss sich entscheiden: Bleiben die Universitäten wie bisher zu fast 100 Prozent öffentlich finanziert wie in den skandinavischen Ländern und soll jede(r) alles und gratis studieren dürfen, dann muss dafür mehr Steuergeld ausgegeben werden. Schon jetzt liegen die staatlichen Zuwendungen über dem Schnitt westlicher Industriestaaten, der Anteil privater Finanzierung jedoch deutlich darunter. Vernünftiger wäre ein Mix, und da empfiehlt sich das australische Modell: Die Unis sind für alle kostenpflichtig. Doch dieser zinsenlose Kredit muss erst zurückgezahlt werden, wenn man ordentlich verdient. Am billigsten sind Studien, von denen sich der Staat mehr Absolventen erhofft. Österreich geht den schlechteren Weg: Die Studien sind weitgehend kostenfrei, die kaum versteckten Hürden dennoch hoch:
Knock-out-Prüfungen, miserable EDV für die Lehrveranstaltungsanmeldung, ein unausgegorenes Punkte(sammel)system, überlastete Lehrende, pragmatisierte Sekretärinnen. An den Unis liegt keineswegs nur das Finanzielle im Argen.

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