Handelsverband: Konsumentenfreundliche Öffnungszeiten müssen leistbar sein

Mumelter: Entrümpelung des Mehrstundenzuschlagswesens als Investment in die Zukunft!

Wien (OTS) - "Es geht um faire, transparente und insbesondere auch für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Handel durchschaubare Rahmenbedingungen für die Abgeltung der geleisteten Arbeit innerhalb der Vorgabe des Öffnungszeitengesetzes", erklärt Dr. Stefan Mumelter, Generalsekretär des Österreichischen Handelsverbandes, im Vorfeld der morgen Dienstag beginnenden Kollektivvertragsverhandlungen für den Handel. Faire Lohnabschlüsse seien das eine, eine echte Reform des Kollektivvertrags das andere. Hier den Hebel anzusetzen und das historisch gewachsene Durcheinander des Mehrstundenzuschlagswesens endlich zu entrümpeln, sei ein Investment in die Zukunft und die Wettbewerbsfähigkeit des österreichischen Einzelhandels, so Mumelter.

"Wenn sie ein Einzelhandelsunternehmen mit mehr als fünf Filialen führen, haben sie abgesehen vom administrativen Aufwand keine Chance, Ihren Mitarbeitern plausibel zu erklären, welche halbe Stunde im Verlauf des Tages wie abgegolten wird", beklagt Mumelter. Das wäre nicht notwendig und verteuere überdies konsumentenfreundliche Öffnungszeiten. Viel vernünftiger und auch den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gegenüber fairer wäre es, diese verschiedenen "Abgeltungsstufen" einfach zu kappen und im Gegenzug die Gehälter -insbesondere auch für die jüngeren Dienstnehmerinnen und Dienstnehmer - entsprechend anzuheben. "Das führt zu einer gerechteren Lebenseinkommenskurve und hilft nicht zuletzt auch jenen Angestellten, die nicht so flexibel in ihrer Arbeitszeit sein können, also insbesondere auch Frauen oder Männern mit Kinderbetreuungspflichten", ist Mumelter überzeugt.

Die Gewerkschaften mahnt Mumelter zur Kooperationsbereitschaft:
"Eigenartige Berechnungen, wonach es bei einer möglichen Maximalöffnungszeit von 72 Stunden pro Woche mit Vor- und Abschlussarbeiten zu einer Wochenarbeitszeit von 80 Stunden kommen könne, wie dies die Zentralbetriebsratsvorsitzende von Interspar, Margit Pfatschbacher, in einer APA-Aussendung vorrechnet, entbehren jeder Realität." Dass diese Vor- und Abschlussarbeiten darüber hinaus nicht bezahlt würden, sei schlicht unzutreffend, zumindest für die Mitgliedsunternehmen des Österreichischen Handelsverbandes, erklärt Mumelter. "Solche aus der Luft gegriffenen Anwürfe bringen doch nichts. Lasst uns stattdessen ernsthaft an einer Reform des Kollektivvertragswesens für den österreichischen Handel arbeiten - im Interesse aller Beteiligten", fordert Stefan Mumelter.

Der Handelsverband wurde vor neunzig Jahren gegründet und ist heute eine freiwillige Interessenvertretung von mehr als 150 großen Handelsbetrieben in Österreich. Er nimmt die Funktionen eines Wirtschafts-, Berufs- und Arbeitgeberverbandes wahr. Darüber hinaus versteht sich der Verband als handelsorientiertes Dienstleistungszentrum und als branchenübergreifendes Wirtschaftsforum sowie Plattform für den politischen, rechtlichen und technologischen Dialog und Informationstransfer. Mit Richtlinien, Kennzeichen und Gütesiegeln setzt der Handelsverband Standards und fördert das Qualitätsbewusstsein und Vertrauen der Konsument/innen zum Handel.

HANDELSVERBAND

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