Körperschaftsteuersätze sinken weiter, aber Regierungen erhöhen indirekte Steuern

Wien/Linz (OTS) - 2010 sank der Durchschnittssteuersatz bei Körperschaftsteuern leicht von 25,44 auf 24,99 Prozent. Im Gegensatz dazu stiegen die indirekten Steuersätze weltweit um 0,2 Prozentpunkte (von 15,41 auf 15,61 Prozent). Die von KPMG veröffentlichte Studie (Corporate and Indirect Tax Survey 2010) zeigt international erhebliche Veränderungen im Steuersystem.

Körperschaftsteuersatz geringfügig gesunken

Der internationale Standortwettbewerb führte heuer weltweit zu einer weiteren Reduktion beim Körperschaftsteuersatz. Gegenüber 2009 sank der durchschnittliche Körperschaftsteuersatz um 0,4 Prozentpunkte auf 24,99 Prozent. In der OECD liegt der Schnitt mit 25,94 Prozent sogar um 0,1 Prozentpunkte über dem Vorjahresniveau. Innerhalb der EU erhöhten nur Ungarn und Island die Körperschaftsteuer, und zwar von 16 auf 19 bzw. 15 auf 18 Prozent. Der österreichische Körperschaftsteuersatz blieb stabil bei 25 Prozent und liegt damit nach wie vor recht deutlich über dem europäischen Durchschnitt (21,52 Prozent). Jedoch ist davon auszugehen, dass sich der globale Trend zur sinkenden Körperschaftsteuer fortsetzen wird.

Indirekte Steuern stiegen an

Bei den indirekten Steuern, die einen wichtigen Beitrag zur Budgetkonsolidierung leisten aber relativ standortneutral sind, zeigt sich international eine steigende Tendenz. Afrika und Nordamerika stagnierten bei durchschnittlich 14 und 5 Prozent, während Lateinamerika und Ozeanien die Steuersätze anhoben (13,9 Prozent und 12 Prozent). Die europäischen indirekten Steuern stiegen 2010 von 19,29 auf 19,67 Prozent an. Österreich liegt damit mit 20 Prozent weiter im europäischen Durchschnitt.

"Nächstes Jahr werden die Zahlen anders aussehen. Der Druck, die Steuern zu erhöhen, um den Staatshaushalt zu sanieren ist erheblich. In den meisten Staaten der Welt wird es Ende 2010 oder Anfang 2011 ganz erhebliche Änderungen des Steuersystems geben. Das ist eine große Herausforderung für die Unternehmen", kommentiert Barbara Polster-Grüll, Geschäftsführerin bei KPMG.
Attraktiver Standort ist erheblicher Erfolgsfaktor

Die KPMG-Studie lässt erkennen, dass die indirekten Steuern weiterhin steigen, die Körperschaftssteuern aber auch in Zukunft tendenziell sinken werden. Doch neben dem Versuch, die Löcher in den Staatskassen zu füllen, darf nicht auf die Wettbewerbsfähigkeit vergessen werden. Der richtige Standort ist nach wie vor ein wichtiger Erfolgsfaktor - für Staat und Unternehmen. "Egal ob die Steuersätze sinken oder steigen - letztendlich werden jene die Sieger sein, die es am besten verstehen, miteinander in einen konstruktiven Dialog über eine faire Steuerpolitik zu treten", sagt KPMG-Geschäftsführerin Verena Trenkwalder.

Der Körperschaftsteuersatz hat bei Standortentscheidungen sicherlich einen gewissen Signaleffekt, ausschlaggebend ist allerdings die effektive Körperschaftsteuerbelastung, die doch deutlich vom Körperschaftsteuersatz abweichen kann. Auf der anderen Seite kann beobachtet werden, dass die Finanzverwaltungen aggressiver werden, einerseits im Bereich der Überprüfung und Anpassung der Verrechnungspreise, andererseits auch bei der Auslegung von Doppelbesteuerungsabkommen, woraus in vielen Fällen eine Mehrfachbesteuerung resultiert. "Vor allem internationale Unternehmen müssen die unterschiedlichen Rahmenbedingungen und deren Änderungen aufmerksam verfolgen und die neuen Spielregeln der Finanzverwaltung genau beachten, um die Konzernsteuerquote zu regulieren und eine Mehrfachbesteuerung zu vermeiden", so Trenkwalder weiter.

Das wichtigste für globale Unternehmen ist aber nach wie vor auch eine globale Steuerplanung. "Um Erfolg zu haben, muss sich ein Unternehmen schnell an die geänderten steuerlichen Rahmenbedingungen anpassen. Flexibilität und grenzüberschreitende Steuerplanung werden mehr gefordert sein als früher", schließt Polster-Grüll.

Die vollständige Studie finden Sie auf www.kpmg.at

Informationen zur Studie:

Die Studie "Corporate and Indirect Tax Rate Survey" wird von KPMG International jährlich herausgegeben. Das erste Mal erschien die Studie 1993. Mittlerweile werden in der Studie 114 Länder berücksichtigt. In diesem Jahr wurden in der Studie die Körperschaftsteuersätze mit Stichtag 1. Juli 2010 mit den Vergleichszahlen der Vorjahre, rückwirkend mit 2000, verglichen. Die Studie berücksichtigt auch die Umsatzsteuersätze in 114 Ländern, verglichen mit den letzten sechs Jahren. An der Erstellung der Studie wirken KPMG-Mitarbeiter aus den Tax-Abteilungen weltweit mit.

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