Benedikt XVI. verurteilt abermals sexuellen Missbrauch

Schreiben des Papstes an Priesteramtskandidaten in aller Welt

Vatikanstadt, 18.10.10 (KAP) Papst Benedikt XVI. hat den sexuellen Missbrauch Minderjähriger durch katholische Priester abermals scharf verurteilt. "In letzter Zeit haben wir mit großem Bedauern feststellen müssen, dass Priester durch sexuellen Missbrauch von Kindern und Jugendlichen ein Zerrbild ihres Amtes geben haben", heißt es in einem am Montag veröffentlichten Brief zum Abschluss des im Juni zu Ende gegangenen Internationalen Priesterjahres. "Statt Menschen zu reifer Menschlichkeit hinzuführen und sie ihnen selbst vorzuleben, haben sie durch ihren Missbrauch Zerstörungen hervorgerufen, die wir mit tiefem Schmerz bedauern", schreibt Benedikt XVI. in den Dokument an die Seminaristen in aller Welt.

Zugleich hebt der Papst hervor, dass "der zutiefst zu missbilligende Missbrauch" den Zölibat als priesterliche Lebensform nicht infrage stelle. Es gebe viele Beispiele von Geistlichen, die zeigten, dass man "gerade auch im Leben des Zölibats zu wirklicher, reiner und reifer Menschlichkeit kommen kann". Das Geschehene müsse die Priesteramtskandidaten jedoch wachsamer und aufmerksamer machen und zu einer sorgfältigen Prüfung ihrer Berufung führen.

Aufgabe der Beichtväter und Vorgesetzten sei es, sie auf diesem Weg zu begleiten und zu helfen. Benedikt XVI. wendet sich zudem gegen eine überzogene Fixierung auf Sexualität. Diese müsse stets "ins Ganze der Persönlichkeit" integriert werden. Andernfalls werde Sexualität banal und zerstörerisch.

Zudem hebt der Papst die Unverzichtbarkeit und Unersetzlichkeit des Priesteramtes hervor. Oft herrsche heute die Auffassung vor, das katholische Priestertum gehöre eher der Vergangenheit an und sei kein Beruf für die Zukunft. Die Menschen benötigten Gott jedoch auch in der "Periode der technischen Beherrschung der Welt und der Globalisierung", schreibt Benedikt XVI. Wo der Mensch Gott nicht mehr wahrnehme, werde das Leben leer.

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