Schwentner: Sexismus in der Werbung darf nicht toleriert werden

Grüne fordern Sanktionen im Gleichbehandlungsgesetz

Wien (OTS) - Anlässlich der heute stattfindenden internationalen Fachtagung zum Thema "Sexismus in der Werbung", zu der Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek eingeladen hat, drängt Judith Schwentner, Frauensprecherin der Grünen, auf gesetzliche Maßnahmen: "Sexistische Darstellungen in der Werbung sind immer noch alltäglich und bleiben völlig ohne Konsequenzen. Die Selbstregulierung der Wirtschaft hat auf diesem Gebiet komplett versagt. Deshalb braucht es eine gesetzliche Regelung im Gleichbehandlungsgesetz."

Bei einer Enquete der Grünen im Juni 2009 haben sich namhafte Expertinnen für eine gesetzliche Regelung von Sexismus in der Werbung ausgesprochen. Nur VertreterInnen der Wirtschaft, insbesondere des Werberates, sprachen sich für die Selbstregulierung durch die Wirtschaftstreibenden aus. "Der Werberat kann nur selten etwas bewirken. Nur in wenigen Fällen spricht sich der Werberat überhaupt für einen Stopp einer sexistischen Werbekampagne aus. Dazu kommen noch jene Fälle, in denen sich der Werberat für nicht zuständig erklärt", so Judith Schwentner. Obwohl es in den letzten beiden Jahren beim Werberat mit 200 Fällen fast doppelt so viele Beschwerdefälle wie 2007 gegeben habe, kam es nur in vier Fällen zu einem sofortigen Stopp der Werbekampagne.

Bereits 2009 haben die Grünen einen Antrag mit der Forderung nach einem Bericht zum Thema Sexismus in der Werbung im Gleichbehandlungsausschuss vorgestellt. Dieser wurde von den Regierungsparteien vertagt, weil Frauenministerin Heinisch-Hosek bereits einen Sexismus-Bericht in Auftrag gegeben hätte. "Dieser Bericht zum Thema Sexismus in der Werbung wurde noch immer nicht präsentiert. Eine wissenschaftlich fundierte Analyse der Möglichkeiten, um die Herabwürdigung von Frauen zu Werbezwecken mit rechtlichen Mitteln so weit wie möglich zu verhindern, ist daher nach wie vor dringend gefordert", so Schwentner.

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