Junge Industrie fordert Schulterschluss der Generationen in Pensionspolitik

Mitterbauer für Ende der "Vogel-Strauß-Politik" und reinen Polemik - Reformbedarf bei Pensionen offensichtlich - Alle Privilegien rasch abschaffen

Wien (OTS) - Einen "Schulterschluss aller Generationen, von den jüngsten bis zu den ältesten, in der Pensionspolitik", forderte die Bundesvorsitzende der Jungen Industrie (JI) Dr. Therese Mitterbauer. Die bisherige "Vogel-Strauß-Politik" müsse rasch beendet werden, denn der stete Anstieg der Kosten für das Pensionssystem sei seit Jahren bereits Realität. Daher gelte es, möglichst rasch "sämtliche Privilegien im Pensionssystem ersatzlos zu streichen, bevor die Schieflage bei der Generationengerechtigkeit zu groß wird." Es sei dringend geboten "aus dem Dornröschenschlaf zu erwachen und zu handeln". Die "Hacklerregelung" werde mittlerweile auch seitens der Pensionistenvertreter zunehmend kritisiert, daher "fehlt einfach nur der politische Mut, endlich konkrete Schritte zu setzen, die Politik ist hier dringend zum Handeln aufgefordert." Die Faktenlage sei eigentlich klar, jetzt brauche es "ein Ende der Polemik und eine Rückkehr zur lösungsorientierten Sachpolitik". Mit seiner Forderung nach der sofortigen Abschaffung der Anrechenbarkeit der Ersatzzeiten bei der "Hacklerregelung" hätte hier selbst der Seniorenrat einen "ersten kleinen Schritt in die richtige Richtung gemacht", so die JI-Bundesvorsitzende. "Die 'Hacklerregelung' ist schlicht ungerecht, sie muss ersatzlos abgeschafft werden und zwar nicht erst 2013!"

Neben der Unterstützung für Frühpensionierungen sei die "Hacklerregelung" schließlich nicht einmal zielgenau: "Gerade 19 Prozent derjenigen, die im Vorjahr die 'Hacklerregelung' in Anspruch genommen haben, sind tatsächlich Schwerarbeiter. Hingegen gehen 38 Prozent der Angestellten, 30 Prozent der Bauern und 40 Prozent der Beamten in die 'Hacklerpension'." Weiters müsse man die Invaliditätspension reformieren, und sämtliche Privilegien, "ob nun auf Ebene der Länder oder im Falle mancher Sonderrechte wie bei der OeNB oder den ÖBB", müssten ebenfalls sofort fallen. In diesem Sinne sei es erfreulich, dass ÖBB-General Christian Kern hier Änderungen herbeiführen wolle.

Junge bereit, ihren Beitrag zu leisten

Angesichts der notwendigen Budgetkonsolidierung seien alle Teile der Gesellschaft gefordert: "Seitens der jüngeren Generationen sind wir durchaus bereit, unseren Beitrag zu leisten. Die JI hat daher ein eigenes Pensionsmodell vorgelegt, das schnell umzusetzen, transparenter und vor allem fairer als das Bestehende wäre", so die JI-Vorsitzende. Das Reformmodell der JI (www.jungeindustrie.at) sieht vor, dass jeder Versicherte in der Pension auch tatsächlich nur das bekommt, was er Zeit seines Lebens eingezahlt hat. "Unterm Strich würde das natürlich bedeuten, dass die überdurchschnittliche österreichische Nettoersatzrate sinken würde", erläuterte Mitterbauer: "Wir Junge sind durchaus bereit, eine dementsprechende niedrigere Pension, als sie uns nach dem bestehenden Modell zustehen würde, zu akzeptieren. Die Alternative ist nämlich die völlige Unfinanzierbarkeit des Pensionssystems." Dementsprechend erwarte man sich nun aber auch von allen anderen die Bereitschaft, solidarischen Verzicht zu leisten.

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