Sozialpartner-Dialog: Nachhaltigkeit - wirtschaftlich, sozial und ökologisch

Modernes, inkludierendes und innovatives Wirtschafts- und Gesellschaftssystem

Bad Ischl (OTS) - (AK/WKÖ/ÖGB/LWK) Funktionierende Finanz- und Kapitalmärkte sind essentiell für jede entwickelte Volkswirtschaft. Ein neu geordnetes globales Finanzsystem muss auf Langfristigkeit und Nachhaltigkeit ausgerichtet sein, dafür braucht es solide Regulierung und effiziente und koordinierte Überwachung. Ein funktionierender Finanzmarkt ist auch im Interesse der KonsumentInnen: Sie müssen sich auf Beratungen verlassen können und brauchen Zugang zu Krediten.++++

HANDLUNGSFELD 3: Nachhaltigkeit als Ausdruck strategischer Zukunftsfähigkeit

o Realwirtschaft stärken: Wettbewerb sorgt in einer Marktwirtschaft für Effizienzsteigerungen und liefert Anreize für intensivierte Innovationsanstrengungen. Damit ist die Intensität des Wettbewerbs auch wichtig für Wachstum und Beschäftigung. Die Wettbewerbsintensität kann zum einen durch eine vorausschauende Wettbewerbspolitik gesteigert werden, zum anderen durch ein Herunterfahren von Überregulierungen.

o Standortverbesserung: Durch begünstigende Rahmenbedingungen Binnennachfrage (privater und öffentlicher Konsum) und Investitionen stärken und so das Wachstumspotenzial stärken.

o Daseinsvorsorge: Strategische und langfristige Investitions- und Entwicklungspläne, aktive Regulatoren und mehr Wettbewerb und gesteigerte Effizienz können auch hier zu verbesserten Leistungen bei gesenkten Kosten führen.

o Sozialsysteme: Je mehr Menschen in Österreich in qualitätsvoller Beschäftigung sind, umso geringer sind die Finanzierungsprobleme der Sozialsysteme. Im Gesundheits-, Pflege- und Betreuungsbereich, aber auch in weiten Teilen der Sozialhilfe sollte verstärkt von Geldleistungen auf Sachleistungen umgestellt werden. Dass schafft Arbeitsplätze und erhöht die Leistungsqualität.

o Binnennachfrage erhöhen: Mehr Menschen mit qualifizierter und dadurch besser bezahlter Beschäftigung, länger arbeitsfähig bleiben, Partizipation der Löhne und Gehälter am Produktivitätsfortschritt. Gerechte Einkommensverteilung innerhalb und zwischen den Generationen.

o Ressourcen und Emissionen: Energieverbrauch senken, Anteil der CO2-armen Energiequellen ausbauen, Forschungsförderung für emissionssenkende Maßnahmen.

o Ökokonsum, Ökotourismus: Die Nachfrage nach mehr ökologischen Produkten und Dienstleistungen bringt eine Strukturveränderung und führt zu nachhaltigerem Wirtschaften. Mit dem breiteren Angebot werden die Angebote billiger, wodurch einkommensschwächere Gruppen besseren Zugang bekommen.

o Umweltwirtschaft: Neben dem Ausbau erneuerbarer Energien geht es um einen Technologiesprung beim Neubau, um die Sanierung des Altbaubestandes, um intelligente Mobilität und vieles mehr. Begleitende Forschungsanstrengungen beschleunigen die Entwicklung.

o Strategische Gesamtplanung: Die Auswirkungen der Finanz- und Wirtschaftskrise sind noch nicht überwunden. Beim Sparen muss strategisch vorgegangen werden, ohne Wachstumspotenziale zu beschneiden, und ohne den sozialen Zusammenhalt aufs Spiel zu setzen. Eine Verwaltungsreform muss zügig und ambitioniert umgesetzt werden.

o Strukturreformen sollen gleichzeitig Unternehmen stützen, Einkommen sichern und KonsumentInnenvertrauen erzeugen, Steuermaßnahmen sollen gleichzeitig die Arbeit entlasten und für Investitionsanreize sorgen.

o Verstärkte Kooperation: Verbesserte Koordinierung in der Eurozone, konsequente Umsetzung einer qualitativ angereicherten Europa-2020-Strategie, Europäisches Sozialmodell als weltweites Best Practice Beispiel für ein modernes, inkludierendes und innovatives Wirtschafts- und Gesellschaftssystem.(Ende)

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Nani Kauer, MA
ÖGB Referat für Öffentlichkeitsarbeit
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