Sozialpartner-Dialog: Wachstum - Beschäftigung - Integration

Umfassendes Migrations- und Integrationskonzept gefordert - Potenziale nutzen

Bad Ischl (OTS) - (WKÖ/AK/LWK/ÖGB) Wachstum - Beschäftigung -Integration: Die Österreichischen Sozialpartner (WKÖ, BAK, ÖGB, LKÖ) haben sich zum Ziel gesetzt, ein zukunftsfähiges, innovationsstarkes, partizipatives und nachhaltiges Wirtschafts- und Gesellschaftsmodell mit hohem Lebensstandard zu verwirklichen. Dafür muss gezielt in jene Bereiche investiert werden, die die Wachstumschancen verbessern und Arbeitsplätze schaffen. Alle Bevölkerungsgruppen in Österreich sollen die Verbesserungen zu spüren bekommen. Beim Sozialpartner-Dialog in Bad Ischl haben die Präsidenten Ziele und Maßnahmen entlang dreier Handlungsfelder präsentiert:++++

HANDLUNGSFELD 1: Dynamische Wettbewerbsfähigkeit - wirtschaftliche Voraussetzung für mehr Wachstum

o Strukturwandel aktiv begleiten: Anpassung von Qualifikationen ermöglichen. Innovationskraft unterstützen, um die Arbeitsplätze der Zukunft zu sichern.

o Wachstum durch Forschung: F&E-Bemühungen ermöglichen neue oder verbesserte Produkte, Produktionstechniken und Verfahren, die durch Kosten- und Preissenkungen, Produktivitätsfortschritte und die Schaffung neuer Märkte einen positiven Wachstumsbeitrag leisten.

o Zunehmende Beschäftigung durch höher qualifizierte Arbeitskräfte:
bei insgesamt konstantem Arbeitsvolumen ist die Beschäftigung gering qualifizierter Arbeitskräfte deutlich rückläufig.

o Neue Wachstumsmärkte: z. B. neue Technologien, neue Exportmärkte, Mobilität, im Energiesektor (erneuerbare Energien, Energieeffizienz), Gesundheit, Tourismus, Freizeit. Marktpotenziale durch geändertes Konsumverhalten, bis 2020 wächst die Zahl der Haushalte in Österreich stärker als die Bevölkerung.

o Bedarfsgerechte Flexibilisierung: Unterstützung für neue Unternehmen (von der Finanzierung bis zu rechtlichen Rahmenbedingungen), Förderung flexibler Arbeitsmodelle je nach Lebensphase (Stichwort Work-Life-Balance) und gesundes Älterwerden ("active ageing").

o Umfassendes Migrations- und Integrationskonzept: ZuwandererInnen von Beginn an Unterstützung und Begleitung anbieten. Integrationsprozesse sind vielschichtig, die Sozialpartner konzentrieren sich vor allem auf die strukturelle Integration in den Bereichen Bildung, Arbeit, Recht, Wohnen, Soziale Sicherung, Partizipation. Kriteriengeleitetes Zuwanderungsmodell: Orientiert sich wesentlich an den Bedürfnissen am Arbeitsmarkt, transparent und flexibel.

o Bildung: Schaffung eines Sprachförderkonzeptes vom Kindergarten bis zur Sekundarstufe II. Schulreformen zur Erhöhung der Durchlässigkeit und Chancengleichheit. Senkung des hohen Drop-out-Risikos. Überwindung sozialer Barrieren beim Zugang und Verbleib im (weiterführenden) Bildungssystem. Berücksichtigung geschlechterspezifischer Besonderheiten bei Bildungs- und Berufswahl. Berufsorientierung, die auf SchülerInnen mit Migrationshintergrund eingehen. Angleichung des Informationsstandes von Eltern aus unterschiedlichen Schichten. Kampf gegen Sprachdefizite und Analphabetismus. Höherqualifizierung von ZuwanderInnen, Anerkennung von mitgebrachten Qualifikationen für den österreichischen Arbeitsmarkt.

o Arbeitsmarkt: Maßnahmen stärker auf Personen mit Migrationshintergrund zuschneiden. Deutschkurse mit Arbeitsmarktbezug.

o Familiennachzug: ehestmöglicher Zugang zum Arbeitsmarkt unter Fortsetzung der Harmonisierung von Aufenthalt und Beschäftigung. Wartezeiten für Deutschkurse und Anerkennung mitgebrachter Qualifikation nützen.

o Migration kurbelt den Export an. Zuwanderer verfügen über andere Sichtweisen und Erfahrungen, Betriebe sollen dieses Potenzial nutzen.

o Gute Arbeitsbedingungen und soziale Sicherheit für alle durch wirksame Bekämpfung von Lohn- und Sozialdumping sicherstellen. (Forts.)

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Nani Kauer, MA
ÖGB Referat für Öffentlichkeitsarbeit
0664 6145 915

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