Vogelquäler bedrohen und beschimpfen VIER PFOTEN-Mitarbeiter

Anzeigen wegen Tierquälerei, Nötigung und Beleidigung. UNESCO-Eintrag muss gelöscht werden

Wien (OTS) - Am Wochenende wurden Mitarbeiter der Tierschutzorganisation VIER PFOTEN von illegalen Vogelfängern nahe Bad Ischl vor laufender Kamera übelst beschimpft und mit körperlicher Gewalt bedroht. Nur die im letzten Moment eintreffende Polizei konnte eine Eskalation der Gewalt verhindern. VIER PFOTEN-Geschäftsführerin Johanna Stadler dazu: "Wir haben nur Bildaufnahmen als Grundlage für Anzeigen gemacht und haben mit einer derartigen Aggressivität nicht gerechnet. Der Rechtsanwalt unserer Stiftung ist bereits mit einer Anzeige an die Staatsanwaltschaft beauftragt. Wenn jemand so aggressiv mit Menschen umgeht, kann ich mir vorstellen wie er wehrlose Tiere behandelt."

Bereits vor einem Jahr wurde ein Vogelquäler mit Euro 1.000,-Schmerzensgeld plus Anwaltskosten belangt, nachdem er einen filmenden VIER PFOTEN-Mitarbeiter krankenhausreif geschlagen hatte
(http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20080922_OTS0097/vogelfaenger-schlaegt-vier-pfoten-kampagnendirektor-krankenhausreif)

Wilde Vögel zu fangen und einzusperren ist laut Tierschutzgesetz seit 2005 unmissverständlich verboten. Vier BHs im OÖ Salzkammergut ignorieren dies jedoch immer noch und missbrauchen ihre Amtsgewalt für die Ausstellung. naturschutzrechtlicher Fangbewilligungen, die allerdings keineswegs das tierschutzrechtliche Verbot des Singvogelfangs aufheben. Doch nicht einmal die naturschutzrechtlichen Auflagen werden eingehalten. So wird der Mindestabstand zu Wohnhäusern weit unterschritten und viel mehr Vögel gefangen und gehalten als die Bewilligungen erlauben würden. Weiters sind die Fänger nicht ständig in der Nähe der Fangplätze, wodurch die Vögel noch länger verzweifelt in den Fallen flattern. So auch am vergangenen Wochenende: als sich VIER PFOTEN-Mitarbeiter den Fallen näherten, kam ein offensichtlich angetrunkener Vogelfänger aus etwa 100 Meter Entfernung schreiend und drohend auf sie zugetorkelt. "Einen - wer weiß wie lange schon - in einer Falle zappelnden Vogel hat er dann vor laufender Kamera brutal gepackt und aus der Falle gerissen", so Stadler.

VIER PFOTEN hat auch die UNESCO kontaktiert und diese aufgefordert, den versehentlich aufgenommenen Vogelfang aus der Liste der immateriellen Kulturerbe Österreichs wieder zu streichen. Wörtlich schreibt die UNESCO: "Sollte der Vogelfang in Oberösterreich verboten werden, würde er aus dem Verzeichnis herausgenommen werden." Daher mussten wir die Österreichische UNESCO-Kommisson darüber informieren, dass der Singvogelfang bereits seit 1. Jänner 2005 laut Bundestierschutzgesetz § 5 Abs. 10 verboten ist: "[Tierquälerei begeht, wer] ein Tier [...] einer Bewegungseinschränkung aussetzt und ihm dadurch [...] schwere Angst zufügt".

Insbesondere das Fangen, aber auch das Halten von Wildvögeln in kleinen Käfigen, wie etwa bei Singvogelfang-Ausstellungen ist zweifellos eine Bewegungseinschränkung, die dem Tier schwere Angst zufügt. Dazu gibt es (u.a. behördlich beauftragte) Experten-Gutachten, die VIER PFOTEN vorliegen. Bundesgesetz geht vor Landesgesetz. Ebenso wie die EU-Vogelschutzrichtlinie, gegen die der Vogelfang im OÖ Salzkammergut ebenfalls verstößt.

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