Pflegegeld: Hilfsorganisationen lehnen neue Zugangskriterien ab

Küberl warnt vor möglichen "Fallen" - Chalupka: "Weiterer Versuch, dort zu sparen, wo geringster Widerstand erwartet wird"

Wien, 15.10.10 (KAP) Überlegungen der Regierung zur Einführung neuer Zugangskriterien für die Pflegegeldstufen 1 und 2 stehen Hilfsorganisationen vorerst abwartend-kritisch gegenüber. Caritas-Präsident Franz Küberl wies in diesem Zusammenhang auf mögliche Gefahren hin z. B. im Hinblick auf eine möglichst frühzeitige Betreuung von Demenzkranken. Jedenfalls müsse man einen diesbezüglichen Entwurf abwarten, um Näheres sagen zu können, so Küberl gegenüber "Kathpress" am Freitag.

Bedenken äußerten u. a. auch Diakonie, Volkshilfe und Hilfswerk:
"Bei der Pflege darf der Sparstift nicht angesetzt werden", betonte Diakonie-Direktor Michael Chalupka. Die Überlegungen seien "nur ein weiterer Versuch, bei jenen Menschen zu sparen, bei denen der geringste Widerstand erwartet werden kann".

Eine weitere mögliche "Falle" sah Küberl darin, dass der Zugang zu Betreuungsleistungen wie den Mobilen Diensten an die Pflegestufen gekoppelt ist. Konkret hieße das z. B.: "Wenn jemand keine Pflegestufe hätte, könnte er keine Heimhilfe beantragen. Da ist eine Falle, die jedenfalls umgangen werden müsste", betonte Küberl. Generelles Ziel bei der Finanzierung der Pflege müsse wohl sein, "dass jene, die es brauchen", auch einen Rechtsanspruch darauf hätten und österreichweit in vergleichbarer Weise unterstützt würden, sagte der Caritas-Präsident.

Othmar Karas, Präsident des Hilfswerks, das derzeit den Vorsitz in der Bundesarbeitsgemeinschaft Freie Wohlfahrt (BAG) innehat, erinnerte an das Pflegefonds-Modell der BAG-Organisationen Caritas, Diakonie, Hilfswerk, Rotes Kreuz und Volkshilfe, das im September im Parlament präsentiert worden war und "breite Zustimmung" gefunden habe. Noch im Herbst sollten Pflegeexperten und Stakeholder zusammenkommen, "um gemeinsam einen Plan zu erarbeiten, der die notwendige Verbesserung der Pflegefinanzierung gewährleistet", forderte Karas.

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