Prionen und ihr möglicher Zusammenhang mit Kontaktlinsen und Kontaktlinsenflüssigkeiten ist noch nicht ausreichend erforscht!

Wien (OTS) - Das Kunstwort PRION setzt sich aus der Kombination
der ersten beiden Silben der Wörter "proteinaceous" und "infectious" zusammen und wurde vom Nobelpreisträger Stanley Prusiner für die Namensgebung einer Eiweißstruktur, die kein Mikroorganismus ist, ersonnen. In der Zwischenzeit wurde entdeckt, dass Prionen möglicherweise in allen Lebensformen vorkommen und auch nützliche körpereigene Proteine, die sich im Gehirn befinden, sein können. Sie können jedoch durch infektiöse Vorgänge in schädliche Prionen umgewandelt werden und Krankheiten verursachen, z.B. eine Art der Creutzfeldt-Jakob-Erkrankung.

Immer wieder diskutiert wird, ob Kontaktlinsen und Kontaktmittelflüssigkeiten, auf tierischer Basis, das Risiko für eine Prioneninfektion begünstigen. Ebenso diskutiert wird das Risiko für das Tragen und Handhaben von Kontaktlinsen. In seinem Artikel in der American Optometric Association, 2010 diskutiert William J. Benjamin die Bedeutung von internationalen Standards für Silikon-Hydrogel-Kontaktlinsen und ihrer Hygiene. Er warnt vor übereilten Reaktionen und Standardisierungen ohne fundierte Forschungsergebnisse über die tatsächlichen Zusammenhänge und Risiken über die möglichen Auswirkungen von infektiösen Prionen auf Kontaktlinsen und Pflegemittel sowie ihre Handhabung. Entwicklungen der letzten 25 Jahre zeigen deutliche Verbesserungen in Bezug auf Vorteile und Tauglichkeit von Kontaktlinsen und Pflegemittelsysteme. Allergiefördernde, toxische oder infektionsfördernde Kriterien wurden minimiert.

Es gibt aber auch einen anderen Trend. Die Häufigkeit von Augeninfektionen aufgrund des Tragens von Kontaktlinsen ist entweder ziemlich konstant geblieben oder tendenziös gestiegen. Dieser Faktor wird grundsätzlich vernachlässigt oder nicht bemerkt. Gründe hierfür könnten sein:

  • Die Tendenz dazu anzunehmen, dass das Tragen von Kontaktlinsen und die Verwendung von Pflegemitteln harmlos und ungefährlich ist.
  • Es ist heute selbstverständlich, diese Produkte zu verwenden. Die mikrobio-/ technologische Entwicklung und tiefere Bedeutung gesetzter Schritte wird vergessen.
  • Kontaktlinsen werden von immer mehr Menschen länger getragen. Die Wichtigkeit der Hygiene wird oft unterschätzt.
  • Kontaktlinsen sind nicht für alle Menschen geeignet. Grenzfälle können Komplikationen begünstigen.
  • Kontaktlinsen werden vermehrt wie Gebrauchsgegenstände gehandhabt. Vergessen wird, dass Kontaktlinsen ein Medizinprodukt sind.
  • Kontaktlinsen werden während Erkältungen und Grippe getragen, zu oft auch über Nacht. Oft werden die Kontaktlinsen ohne sich die Hände zu waschen aus ihrem Aufbewahrungsbehälter direkt in die Augen gesetzt.
  • Manchmal werden Kontaktlinsen auch "verborgt" oder untereinander ausgetauscht.

Verantwortungsbewusst ist es, so auch Landesinnungsmeister Anton Koller, sich immer wieder zu vergegenwärtigen, dass es sich bei Kontaktlinsen um ein Medizinprodukt zur Erhaltung der Gesundheit unserer Augen handelt. Wir sollten anspruchsvoller und wählerischer werden, wenn uns daran liegt, die Häufigkeit und die Ernsthaftigkeit von Infektionen im Zusammenhang mit dem Tragen von Kontaktlinsen zu verringern. Die Wiener Augenoptiker und Optometristen rücken dieses Bewusstsein in den Mittelpunkt ihrer Aufklärung über die Handhabung von Kontaktlinsen und Kontaktlinsenpflegemittel.

Rückfragen & Kontakt:

Anton Koller, MSc. Clinical Optometry, Landesinnungsmeister
Fachgruppe Wien der Gesundheitsberufe / Augenoptiker und Hörakustiker
Tel.: 01/51450-2208

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