Auf den globalen Getreidemärkten geht es weiterhin auf und ab

Die Musik spielt weiterhin beim Mais - Weizen verlor zwei Drittel des Kursgewinnes wieder

Wien (OTS/AIZ) - Auf den globalen Getreidemärkten geht es
weiterhin auf und ab, wobei die Musik beim Mais und im Sojakomplex spielt und mangels neuer bullisher Fundamentals der November-Weizenfutures an der europäischen Leit-Terminbörse Euronext in Paris zwei Drittel seines sprunghaften Kursgewinnes vom vorigen Freitag um EUR 15,75 pro t auf EUR 223,75 pro t wieder abgeben musste, ehe er am Donnerstag bei EUR 213,50 pro t schloss. Das turbulente Auf und Ab an den internationalen Terminmärkten hinterließ am Mittwoch dieser Woche auch seine Spuren am Kursblatt der Wiener Produktenbörse. Jedenfalls dürften die wilden Kurssprünge nun neuerlich zur Verunsicherung des heimischen Kassamarktes beigetragen haben. Die Preisbänder von Premium- und Qualitätsweizen verbreiterten sich beträchtlich, wobei die unteren Notierungen im Wochenabstand etwas nachgaben oder gleichblieben und die oberen Notierungen deutlich zulegten. Damit zogen die Notierungen der beiden höchsten Qualitätsstufen beim Weizen nach ihrem Absinken in der Woche zuvor wieder an.

Die Verbreiterung der Wiener Preisbänder auf bis zu EUR 16,- pro t reflektiert nichts anderes, als dass in der Vorwoche die Preise nachgegeben haben und dann seit Anfang dieser Woche der heimische Kassamarkt den vom USDA-Bericht am vorigen Freitag ausgelösten dramatischen Preisschub teilweise nachvollzog. Anders der Mahlweizen:
Hier befestigte sich zwar im Wochenabstand die untere Notierung leicht, gab aber die obere zuvor deutlich nach, sodass hier unter dem Strich ein leichter Notierungsverlust überblieb. Im Mittel notierte Premiumweizen diese Woche in Wien mit EUR 243,- pro t, Qualitätsweizen mit EUR 236,- pro t und Mahlweizen mit EUR 218,- pro t.

Neuerlich höher notierten auch der ohnehin schon stark bewertete und von den jüngsten Preiseinbrüchen kaum betroffene Futterweizen und dem internationalen Trend folgend auch Raps und Sonnenblumen.

Österreichische Maisernte nach unten revidiert - Verarbeiter im Wettbewerb um Rohstoff

Indes schreitet in Österreich die Nassmaisernte nunmehr zügig weiter fort. Dennoch hielt der Wettbewerb der beiden großen industriellen Verarbeiter in Österreich um den Rohstoff und damit dessen Preise bis zuletzt an. Dem Vernehmen nach wurden den Landwirten diese Woche EUR 120,- beziehungsweise EUR 130,- netto für Nassmais mit jeweils 30% Feuchtigkeit geboten. Aus letzterem ließe sich laut Experten ein Trockenmaispreis von über EUR 200,- pro t netto ableiten.

Über die Maiserträge hört man regional unterschiedliche Aussagen. Der französische Analyst "Strategie Grains" jedenfalls revidierte in seinem dieser Tage erschienenen Oktober-Bericht die Maiserträge aus der Ernte 2010 in Österreich gegenüber 10,47 t pro ha im Vormonat auf 9,72 t pro ha nach unten. Damit wird auch die heurige Maisernte im Monatsabstand um 150.000 t auf 1,97 Mio. t (2009: 2,17 Mio. t) nach unten korrigiert.

Analysten: Weizen hatte Aha-Erlebnis schon im August - Fundamentals schon eingepreist

Auch an den US-Börsen gab Weizen diese Woche deutlich mehr von seinen jüngsten Kursgewinnen wieder ab als Mais. Die Ursachen sehen Analysten mannigfaltig: So heißt es, Weizen habe sein bullishes Aha-Erlebnis schon Mitte August mit dem Exportstopp Russlands gehabt und seither habe sich an den fundamentalen Marktdaten eigentlich kaum was geändert, was nicht schon "eingepreist" gewesen wäre. Dagegen habe der die Rallye vom vorigen Freitag auslösende Bericht des US-Landwirtschaftsministeriums USDA frische bullishe News bei den Marktdaten von Mais gebracht und diesen damit zur Leitwährung auf den internationalen Getreidemärkten befördert.

Abschwächung des Dollars gegenüber Euro bremst Wettbewerbsfähigkeit von EU-Weizen

Zudem verliert er US-Dollar gegenüber dem Euro weiter an Wert. Am Donnerstag schloss der Euro bei USD 1,41. Dies bremst die Wettbewerbsfähigkeit von europäischem Weizen am Weltmarkt. So meldete die EU-Kommission für die Berichtswoche bis 12.10. auch nur die Vergabe von Weizenexportlizenzen über 253.000 t, wohingegen die Exporte in der Woche davor mit 480.000 t Weizen noch fast das doppelte Niveau erreicht haben. Andererseits konnten auch die US-Weizenexporte durch den schwächeren Dollar und trotz eines Deals mit Ägypten nicht im erhofften Ausmaß profitieren und bewegten sich diese Woche auch die Weizenkurse an den Börsen in Chicago, Kansas City und Minneapolis im roten Bereich. Dadurch erhielt die im Regelfall gegenüber den US-Börsen "folgsame" Pariser Euronext auch keine Impulse aus Übersee. An der Euronext wurden außerdem zahlreiche Weizenpositionen aufgelöst, weil die Option auf den November-Weizenfutures ausläuft.

Dennoch bisher rege Exportkonjunktur in der EU

Dennoch ist die Exportkonjunktur der EU in den ersten 15 Wochen des Wirtschaftsjahres 2010/11 stark gelaufen: Mit Exportlizenzen für 7,09 Mio. t Weizen wurde der Vergleichszeitraum 2009/10 mit 5,47 Mio. t um 29% übertroffen.
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