Bayr zu Welternährungstag: EU-Agrar- und Exportpolitik zerstört Märkte in Entwicklungsländern

Europäische Agrarsubventionen grundlegend überdenken

Wien (OTS/SK) - "Der Welternährungstag und der internationale Tag zur Beseitigung der Armut werden an aufeinanderfolgenden Tagen begangen - und das mit gutem Grund", ist Petra Bayr, SPÖ-Bereichssprecherin für Globale Entwicklung, überzeugt. "Beide Themen sind im ersten UN-Millenniumsziel verankert und nach wie vor von entsprechender Bedeutung", so Bayr am Freitag gegenüber dem SPÖ-Pressedienst. Klar sei, dass genug Nahrungsmittel und Ressourcen vorhanden sind, um die bald acht Milliarden Menschen dieser Erde zu ernähren und zu gewährleisten, dass niemand in Armut leben müsste. "Es ist alles eine Frage der gerechten Verteilung und der politischen Bemühungen", so Bayr. ****

Harte Kritik äußert Bayr in diesem Zusammenhang an der europäischen Agrarpolitik: "Im Durchschnitt wird eine europäische Kuh mit 2,5 Euro pro Tag gefördert, während beinahe eine Milliarde Menschen mit weniger als einem US-Dollar am Tag leben müssen". Die horrenden Agrarförderungen der Europäischen Union müssten einer Politik der sinnvollen Förderung von Arbeitskräften in der Landwirtschaft und Bio-Landbau weichen. Dies werde jedoch durch eine übermächtige Agrarlobby erschwert.

"Die Menschen in Entwicklungsländern brauchen keine europäischen Agrar- und Lebensmittelexporte, sondern eine verbesserte Infrastruktur - auch in Entwicklungsländern verderben Lebensmittel aufgrund schlecht ausgebauter Transportwege", so Bayr. "In diese Infrastruktur und in nachhaltige und effektive Anbaumethoden sowie ländliche Entwicklung gilt es zu investieren, um damit echte Hilfe zu leisten." Derzeit würden hingegen die Märkte der Entwicklungsländer durch eine Überschwemmung mit europäischen Produkten zerstört. (Schluss) sa/mo/mp

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