Lebenshilfe fordert runden Tisch zum Pflegegeld

Vereinheitlichung des Begutachtungsverfahrens würde Kosten senken

Wien (OTS) - Klare Ablehnung zum Vorschlag von Sozialminister
Rudolf Hundstorfer, die Pflegestufen I und II strengeren Kriterien zu unterwerfen, kommt von der Lebenshilfe Österreich. "In Wahrheit wird beim Pflegegeld schon seit Jahren gespart. Eine jährliche Anpassung an die Inflation wird schon lange vergeblich gefordert", mischt sich Lebenshilfe-Präsident Univ.-Prof. Dr. Germain Weber in die Debatte. Weber: "Wir fordern einen runden Tisch zum Pflegegeld und die Einbeziehung der Behindertenorganisationen. Es sollte nicht einfach zu verordneten Einsparungen und damit zu Ungerechtigkeiten und Benachteiligungen kommen."

Weber betont, dass es vor allem bei der Unterstützung von Menschen mit intellektuellen Beeinträchtigungen nicht nur um rein pflegerische Tätigkeiten geht. "Diese Menschen brauchen Unterstützung in ihrem Alltag, beim Einkaufen, bei der Haushaltsführung, bei der Teilnahme am sozialen Leben. Wenn hier aufgrund von falschen Kriterien die Hilfe untersagt wird, so wird der sozialen Isolation und Benachteiligung Tür und Tor geöffnet. Das Pflegegeld ist für die selbstbestimmte Lebensführung dieser Menschen immens wichtig", warnt Weber. Die Lebenshilfe Österreich kritisiert zudem die gängige Praxis der Pflegegeldeinstufung, bei der die medizinische Sichtweise dominiert. "Wir treten für eine ganzheitliche Begutachtung ein, bei der auch Nicht-MedizinerInnen zu Wort kommen", stellt Weber klar und fordert ein Vier-Augen-Prinzip und die Einbeziehung von sozialen Kriterien.

Großes Verbesserungspotential sieht die Lebenshilfe Österreich beim Vollzug des Pflegegeldes. "Wir plädieren für ein einheitliches Begutachtungsverfahren für alle Leistungsträger in den Bundesländern. Damit würde sich nicht nur die Verfahrensqualität erheblich verbessern, es lassen sich auch deutlich Kosten einsparen und die Pflegegeldempfänger kämen schneller zu ihrer Unterstützung. Wir stehen jedenfalls mit unserer Expertise für eine Diskussion zur Verfügung", so Weber abschließend.

Rückfragen & Kontakt:

Lebenshilfe Österreich
Mag. (FH) Eva Schrammel
Tel.: 01/812 26 42 - 79 oder 0664/88 43 1996
schrammel@lebenshilfe.at
www.lebenshilfe.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | LBH0001