Freizeitsportler als Opfer der Medikamentenmafia

Prof. Holdhaus warnt vor Medikamentenfälschungen aus dem Internet

Wien (OTS) - Die Einnahme von Medikamenten zur Leistungssteigerung oder zur Unterdrückung von Schmerzen nimmt auch bei Hobby- und Freizeitsportlern immer weiter zu. Mit dem Ziel immer stärker, schneller und ausdauernder zu sein, werden diese Präparate zum Großteil online bestellt. Dabei sind über 95% der über das Internet bestellten Medikamente Fälschungen. Im besten Fall sind sie wirkungslos - im schlechtesten Fall können sie die Gesundheit der Konsumentinnen und Konsumenten aber massiv schädigen oder sogar zum Tod führen.

Neben Erektionsmitteln gehören Arzneimittel, die zur Leistungssteigerung eingenommen werden, zu den am häufigsten über das Internet bestellten Medikamenten. Käufer sind nicht nur Hobby-Bodybuilder, sondern auch Breitensportler wie beispielsweise Marathonläufer.Im Rahmen einer weltweiten Schwerpunktaktion von Interpol konnten alleine in der vergangenen Woche in Österreich rd. 60.000 derartige Arzneimittel beschlagnahmt werden.

Gefährliche Nebenwirkungen

Die Einnahme von Medikamenten ohne medizinische Indikation und ohne ärztliche Aufsicht ist an sich schon gefährlich. Zusätzlich zu Hautausschlägen, Haarausfall, Zeugungsunfähigkeit und vielen anderen Krankheiten, führt die Einnahme derartiger Präparate häufig auch zu Leberschäden oder Problemen des Herz-Kreislaufsystems.

"Doping im Profi-Sport wird immer wieder medial thematisiert und verurteilt. Dass der Medikamentenmissbrauch auch im Freizeitsport immer mehr Einzug hält, wird oft außer Acht gelassen. Und dass ein Großteil der Präparate über dubiose Quellen über das Internet bestellt wird, potenziert das gesundheitliche Risiko ins Unendliche" warnt Prof. Hans Holdhaus, Leiter des Instituts für medizinische und sportwissenschaftliche Beratung.

Kauf von Medikamenten über das Internet ist in Österreich illegal Der Online-Handel mit Arzneimitteln ist in Österreich verboten. Bestellern drohen auch Strafen bis zu 7.260 Euro. Zusätzlich zum finanziellen Schaden tragen die Kundinnen und Kunden vor allem auch ein unkalkulierbares gesundheitliches Risiko: denn nahezu alle über das Internet bestellten Medikamente sind Fälschungen oder zumindest Substandard.

Mag. pharm. Leopold Schmudermaier, Vizepräsident der Österreichischen Apothekerkammer: "Uns ist es wichtig, die Konsumentinnen und Konsumenten zu informieren und vor den möglichen Schäden zu bewahren. Wenn jemand Arzneimittel braucht, dann soll er sich an eine der 1.280 Apotheken in Österreich wenden. Denn nur in unseren Apotheken kann man sicher sein, garantiert echte Medikamente und kompetente Beratung zu bekommen."

Die Informationsoffensive "auf der sicheren Seite"

Seit 1. September informieren die Österreichische Apothekerkammer und das Bundesministerium für Finanzen über die Website www.auf-der-sicheren-seite.at, diverse weitere Online-Aktivitäten, einen Radio- und Kino-Spot, Schaltungen in Regionalmedien und in den 1.280 öffentlichen Apotheken über die Gefahren von Arzneimittelfälschungen aus dem Internet.

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