Gegen Polarisierung - für eine wiedergutmachende Justiz

Verein NEUSTART verstärkt sein Angebot für Opfer

Wien (OTS) - NEUSTART Geschäftsführer Mag. (FH) Wolfgang Hermann spricht sich gegen das Ausspielen von Opferhilfe versus Täterhilfe aus: "Eine nachhaltige Reduktion der Kriminalität muss die Situation beider Seiten berücksichtigen. Man darf auf keinem Auge blind sein!" Auch die EU spricht sich in mehreren Dokumenten für einen differenzierten Umgang und gegen eine Polarisierung von Täter- und Opferinteressen aus (Restorative Justice).

Steigende Opferzahlen erfordern breites Versorgungsnetz

Vor diesem Hintergrund wurde der Verein NEUSTART von Justizministerin Mag. Claudia Bandion-Ortner mit der Prozessbegleitung beauftragt. Das Netz von Anlaufstellen und die professionellen, hauptamtlich tätigen Sozialarbeiter des Vereins NEUSTART bieten eine zusätzliche bundesweit verfügbare Qualität. "Etablierte Opferschutzeinrichtungen sind für uns wichtige Kooperationspartner, wenn es um die Errichtung eines bundesweiten Hilfsnetzes für Opfer geht" betont Mag. Karin Waidhofer, NEUSTART Geschäftsführerin für Sozialarbeit.

Schwerpunkt situative Gewalt

Laut Sicherheitsbericht 2008 wurden im Jahr 2007 rund 50.300 Personen Opfer eines Gewaltdelikts, Delikts gegen die sexuelle Integrität, von Raub oder Einbruch. 23.125 Opfer kannten den Täter nicht. Darunter befinden sich 15.000 Opfer von situativer Gewalt. NEUSTART wird sich in der Prozessbegleitung auf diese Menschen konzentrieren. Gerade die in diesen Fällen unerwartet aufgetretene Gewalt durch unbekannte Täter macht oft die Verarbeitung der Tat durch die Opfer besonders schwer. Die in 53 Jahren gesammelte Erfahrung in der Täterarbeit ermöglicht es NEUSTART, die Opfer hier bestmöglich zu unterstützen.

Parteiliches Eintreten zugunsten der Opferinteressen

Bei Gericht ist der Kontakt mit dem Täter oft nicht zu verhindern. In dieser schwierigen Situation hilft die NEUSTART Prozessbegleitung den Opfern unmittelbar. Durch ein jahrzehntelang erprobtes Kontaktnetz zu Staatsanwälten und Richtern kann dem Ziel, das Opfer unbeschadet durch den Prozess bei Gericht zu führen, bestmöglich entsprochen werden. Ergänzt wird das durch die umfassende Erfahrung, wie Prozesse ablaufen können. So wird eine optimale Vorbereitung und Bearbeitung der Ängste und Befürchtungen der Opfer möglich. Das Opfer wird gestärkt, informiert und kann den Prozess sicher durchlaufen. Bei der Betreuung in der NEUSTART Einrichtung wird der Kontakt mit dem Täter jedenfalls ausgeschlossen. Die Opfer werden von 20 Mitarbeitern betreut, die sonst vorrangig in der NEUSTART Konfliktregelung arbeiten. Die Wahrung der Opferinteressen im Bereich Konfliktregelung wird seit 25 Jahren regelmäßig bestätigt: 95 Prozent bekräftigen ihre Zufriedenheit. 93 Prozent würden NEUSTART deshalb anderen Opfern weiterempfehlen.

Sozialarbeiter, die den Täter betreuen, kommen in der Prozessbegleitung selbstverständlich nicht zum Einsatz; Interessenskonflikte und Unvereinbarkeiten sind so ausgeschlossen.

25 Jahre Erfahrung in der Arbeit mit Opfern

NEUSTART arbeitet seit 1985 für die Interessen von Opfern. Mehr als 130.000 Opfer wurden seither betreut. Im Jahr 2009 waren es 8.200 Menschen.

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Andreas Zembaty, Pressesprecher NEUSTART
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Fax: +43 (0) 1 545 95 60-50
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E-Mail:andreas.zembaty@neustart.at
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