AK Test: Achtung, Jugendkonto als Spesen- und Zinsfalle! 1

Schüler- und Jugendkonten sind großteils gratis, aber Spesen sind hoch - Bei Überziehungszinsen werden Jugendliche kräftig zur Kasse gebeten

Wien (OTS) - Von den Banken als "gratis" beworbene Jugendkonten
sind beim genauen Hinsehen nicht immer ganz kostenlos. Ein aktueller AK Test für Schüler- und Jugendkonten bei 15 Banken in Wien zeigt:
Die Kontoführungsgebühr pro Quartal ist zwar üblicherweise unentgeltlich. Aber: Die jährlichen Kontokosten können bis zu knapp 40 Euro betragen, und die Spesen sind hoch.

Wer Erspartes auf der Kante hat, bekommt beim Jugendkonto bis zu 1,75 Prozent Guthabenzinsen (easybank/easy schüler/easy lehrling). "Die Jugendkonten mit durchschnittlich 0,44 Prozent Habenzinsen sind etwas besser verzinst als die Gehaltskonten mit durchschnittlich 0,125 Prozent", sagt AK Konsumentenschützer Christian Prantner. Ein Minus am Konto ist für SchülerInnen generell nicht möglich - außer die Eltern stimmen zu. Ist das Konto überzogen, wird es teuer: 3,7 Prozent (Hypo Alpe Adria/Jugendkonto) bis 9,75 Prozent (Sparda Bank/Jugendkonto). Im Schnitt kostet eine Überziehung 8,75 Prozent, fast genauso teuer wie beim Gehaltskonto. Wer über dem vereinbarten Rahmen überzieht, muss zu den hohen Minuszinsen zusätzlich noch mit fünf Prozent rechnen."

Ein Jugendkonto für einen Normalnutzer mit 240 Buchungen im Jahr ist kostenlos bei: Bank Austria (MegaCard Konto), Erste Bank (Spark 7), Hypo Alpe Adria (Jugendkonto), Hypo OÖ (StartUp-Konto), RLB NÖ Wien (Jugendkonto), Sparda Bank Wien (Jugendkon-to), WSK (Jugendkonto), Volksbank Wien (aktivkonto), Bank Burgenland (Konto 0x24). Im teuersten Fall kostet ein Jugendkonto 38,40 Euro bei der BTV (BTV-Jugendkonto).

14 Banken verrechnen keine Kontoführungsgebühr im Quartal -lediglich BTV verlangt 9,6 Euro im Quartal. Auch die Bankomatkarte ist in der Regel unentgeltlich. Doch wer seine Karte verliert und sie sperren lässt, dem können bis zu 38,90 Sperrgebühr blühen.

Prantner warnt vor weiteren Spesenfallen: "Zahlt ein Jugendlicher Geld bar bei seiner Bank auf eine andere Bank ein, muss er mit bis zu sieben Euro Spesen rechnen. Auch eine Änderung oder Löschung eines Dauerauftrages kostet bei einigen Banken extra."

Kritik übt Prantner an der Zinspolitik der Banken: Die Banken haben aufgrund der Leit-zinssenkung nicht nur die Habenzinsen, sondern auch die Überziehungszinsen abgesenkt - das aber höchst unterschiedlich. In Zahlen: Der durchschnittliche Habenzins betrug im August 2008 "noch" 1,75 Prozent, im Oktober 2010 gerade einmal 0,44 Prozent. Das bedeutet: Der Habenzinssatz auf Jugendkonten wurde um 1,31 Prozentpunkte ab-gesenkt. Die Überziehungszinsen machten im Schnitt 9,25 Prozent im August 2008 aus, im heurigen Oktober 8,75 Prozent - eine magere durchschnittliche Absenkung um 0,5 Prozentpunkte. "Die Banken haben zwar die Guhabenzinsen kräftig abgesenkt so wie das etwa beim Euribor passiert ist", sagt Prantner, "hingegen gab es keine gleichlaufende Anpassung nach unten bei den Minuszinsen. Jugendliche mit einem Minus am Konto zahlen verhältnismäßig viel zu hohe Sollzinsen." (Forts.)

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