Bandion-Ortner: "Opferhilfe wird bundesweit ausgebaut"

Verein NEUSTART nun auch für Prozessbegleitung in ganz Österreich zuständig

Wien (OTS) - "Menschen, die durch unterschiedlichste Ereignisse zu Opfern geworden sind brauchen qualifizierte Hilfe. Mir ist wichtig, dass diese Hilfe trotz enger Budgetvorgaben bundesweit ausgebaut wird", betont Justizministerin Claudia Bandion-Ortner.

"Unerwartet aufgetretene Gewalt durch unbekannte Täter ist im Zunehmen. Gerade in diesen Fällen ist die Verarbeitung der Tat für Opfer oft besonders schwer", so Bandion-Ortner. Ein Ausbau der bundesweiten Unterstützung für Opfer von situativer Gewalt sei daher als notwendige Maßnahme im Sinne der Opfer zu verstehen und stelle eine konkrete Maßnahme zum Opferschutz und zur Opferhilfe dar, erklärt Bandion-Ortner, die sich dafür eingesetzt hat, dass künftig im Bereich der Opfer situativer Gewalt neben der Opferhilfeorganisationen Weisser Ring wiederum auch der Verein NEUSTART für Prozessbegleitung bundesweit zuständig sein wird. Bundesweit ist sonst nur noch die Interventionsstelle für Betroffene von Frauenhandel, als spezielle Einrichtung für Betroffene von Frauenhandel, tätig.

"NEUSTART hat sich in den letzten Jahren ein umfassendes Kontaktnetz zu Gerichten und Staatsanwaltschaften aufgebaut und im Bereich von juristischer und psychosozialer Prozessbegleitung bereits entsprechende Erfahrungen gesammelt. Diese nicht zu nützen, hielte ich für einen großen Fehler", so Bandion-Ortner, die jedoch auch klar stellt, dass NEUSTART gewisse Delikte in der Familie, insbesondere Delikte gegen die sexuelle Integrität und Delikte gegen Kinder, nicht betreuen wird. Diese werden weiterhin von den dafür spezialisierten und erfahrenen Einrichtungen der Gewaltschutzzentren und Kinderschutzzentren bearbeitet.

Österreich folgt damit auch einem europäischen Trend im Sinne eines differenzierten Umgangs und gegen eine Polarisierung zwischen Täter und Opferinteressen. "Mein Ziel ist es die emotionalen Belastungen für die Opfer vom ersten Weg zur Polizei bis zum Urteil so gering wie möglich zu halten und bei der Abwägung der anstehenden Entscheidungen hilfreich zur Seite zu stehen", so die Ministerin.

Die psychosoziale Prozessbegleitung soll eine sekundäre Viktimisierung der Opfer im Strafverfahren und den dort unvermeidlichen Kontakt mit dem Beschuldigten möglichst vermeiden helfen. Für die Förderungsperiode Oktober 2009 bis September 2010 hat das Bundesministerium für Justiz mit 42 Einrichtungen Verträge über die Durchführung von psychosozialer und juristischer Prozessbegleitung abgeschlossen. Derzeit werden die Verträge für die Folgeperiode mit allen Einrichtungen verhandelt

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