WirtschaftsBlatt-Leitartikel: Für Bullen ist Wien die beste Spielwiese - von Hans-Jörg Bruckberger

Über'n ATX geht nix: Wenn schon kaufen, dann "Made in Austria"

Wien (OTS) - Klein, aber fein: Der Wiener Leitindex ATX hat sich wieder zum Outperformer gemausert. Seit der zwischenzeitlichen Korrektur, die ihn im Juni und Juli zwei Mal knapp über der 2200-Punkte-Marke aufsitzen ließen, hat der Index rund 20 Prozent zugelegt. Zum Vergleich: Der europäische Stoxx 50 wie auch der deutsche DAX haben im gleichen Zeitraum, seit Anfang Juli, nur halb soviel geschafft. Und selbst der die Europäer outperformende US-Index Dow Jones liegt "nur" rund 13 Prozent im Plus. Auch seit dem Krisentief im März '09 hat der ATX die Nase vorn: In diesem Fall mit plus 90 Prozent, wohingegen der Dow auf keine 70 kommt.

Im Gegensatz zur internationalen Konkurrenz hat der ATX auch noch etwas Luft bis zum April-Niveau, dem bisher höchsten seit dem Tief (das muss von DAX und Co. erst einmal überschritten werden). Konkret rund 5,5 Prozent, dann stünden wir wieder bei 2800 Punkten. Freilich:
Zum 5000er von einst fehlen immer noch 78 Prozent. Dow und DAX fehlen zum einstigen Hoch keine 30 Prozent mehr. Wer hochsteigt, fällt eben tief und umgekehrt. Wiens Anleger haben sich die jüngste Rally redlich verdient, weil sie zuvor auch mehr gelitten haben. Unterstellen wir den Märkten Rationalität, dass der ATX vor der Krise also fair bewertet war, so kommt man zu dem Schluss, dass er auch weiterhin theoretisches Aufholpotenzial hat. Zumindest für alle Konjunkturoptimisten unter den Anlegern ist Wien somit "The Place to be".

Auch Österreichs Analysten sind zuversichtlich (s. S. 12). Wer diesen seit der Krise skeptisch gegenüber steht, dem sei gesagt, dass es die Experten in so volatilen Zeiten wahrlich nicht einfach haben: Zuerst fällt der Markt ins Bodenlose, dann legt er eine historische Erholungsrally aufs Parkett. Ein Beispiel: Der Aktienkurs einer Voestalpine - immerhin ein, wenn auch zyklischer, Substanzwert -variierte innerhalb der zurückliegenden drei Jahre zwischen 66 und 9,5 Euro. Und da sollen Analysten Kursziele errechnen - eine Mission impossible, die Kurse sind nach oben wie unten davongelaufen.

Die Zugpferde der Erholung waren übrigens die Banken, die Erste hat seit März '09 gar mehr als 300 (!) Prozent zugelegt. Top waren auch Zykliker wie Andritz oder eben Voest. Hinterher hinken naturgemäß Defensiv-Titel wie Post und Telekom, aber auch die Energieriesen Verbund und OMV. Diese könnten zu Schlüsselfiguren des weiteren ATX-Verlaufs werden, schließlich sind es zwei Schwergewichte. Historisch betrachtet sind aber auch die bisherigen Favoriten noch lange nicht ausgereizt. Top, die Wette gilt!

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