Kirchenführer warnen vor Abwanderung der Christen aus Nahost

Bei der Nahostsynode warnen Teilnehmer vor "Kampf der Kulturen" -Für Durchsetzung der Religionsfreiheit und Lösung des Palästinenserproblems

Vatikanstadt, 13.10.10 (KAP) Der melkitische Patriarch Gregorios III. Laham (Damaskus) hat auf der im Vatikan tagenden Nahostsynode vor einem drohenden "Kampf der Kulturen" gewarnt. Die Gefahr eines zerstörerischen Konflikts zwischen dem arabisch-islamischen Orient und dem christlichen Westen wachse mit der Auswanderung der Christen aus dem Heiligen Land, sagte das Oberhaupt der rund 1,2 Millionen Melkiten laut dem am Mittwochmorgen veröffentlichten Sitzungsbericht.

Zu den "gefährlichsten Konsequenzen des israelisch-palästinensischen Konflikts" gehöre, dass die arabische Gesellschaft immer mehr zu einer ausschließlich muslimischen Gesellschaft werde, so Gregorios III. Für den Frieden sei die christliche Präsenz im Nahen Osten unerlässlich.Um die Christen zum Bleiben zu bewegen, müsse man gegenüber Muslimen aber auch offen über die eigenen Ängste sprechen. Dazu gehörten Fragen der Menschenrechte und Demokratie sowie Befürchtungen über einen teils gewalttätigen islamischen Integralismus. Der "große Dschihad" müsse der Schaffung des Friedens gelten, sagte der Patriarch.

Der lateinische Patriarch von Jerusalem, Fouad Twal, forderte auf der Synode die tätige Solidarität aller Katholiken für die Kirche im Heiligen Land. Das Ursprungsland der Christenheit dürfe nicht zu einem "großen Freilichtmuseum" werden. "Lasst eure Mutterkirche nicht allein und isoliert", appellierte er an die Mitbischöfe; "Schweigen aus Angst angesichts der dramatischen Situation, die ihr kennt, wäre eine Unterlassungssünde."

Kurienkardinal Angelo Sodano rief die orientalischen Kirchen zu einer engeren Zusammenarbeit auf. Der "Konfessionalismus" müsse überwunden werden, sagte er. Zugleich ermahnte Sodano die Kirchen zu verstärkten Anstrengungen für einen Neubeginn im Nahen Osten. Es gelte dringend, eine Lösung für den "tragischen" israelisch-palästinensischen Konflikt zu finden, um den aggressiven Strömungen im Islam den Boden zu entziehen, sagte der ranghöchste Kardinal. Zudem müssten die Kirchen für die Religionsfreiheit aller Gläubigen eintreten.

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