Neues Mehrweg-Modell ist ökologisch und ökonomisch sinnvoll

Greenpeace fordert von Umweltminister Berlakovich rasche Umsetzung

Wien (OTS) - Greenpeace begrüßt das von Experten im Lebensministerium geplante neue Mehrweg-Modell und kritisiert die Stellungnahme der Wirtschaftskammer Österreich als irreführende Panikmache. Das kürzlich von Experten im Rahmen einer Arbeitsgruppe im Lebensministerium entwickelte Mehrweg-Modell setzt nicht, wie fälschlich von der WKO verbreitet, bei den Konsumenten, sondern bei den Handelsketten an. "Die Wirtschaftskammer vertritt leider nur die Interessen von Getränke-großkonzernen, die uns mit weit transportierten Einweggetränken überfluten wollen und verbreitet Panikmache, anstelle ein System zu begrüßen, dass langfristig zur Erhaltung der Arbeitsplätze bei kleinen und mittelgroßen österreichischen regionalen Getränkeabfüllern beiträgt. Daher fordern wir von Umweltminister DI Berlakovich die Verankerung des Mehrweg-Modells im Rahmen der anstehenden Novelle des Abfallwirtschaftsgesetzes", appelliert Claudia Sprinz, Konsumentensprecherin von Greenpeace.

Das neue Modell sieht vor, dass der Handel durch ein Bonus-Malus-System dazu motiviert werden soll, sein Angebot an Getränken in Mehrwegflaschen zu erhöhen. Das Modell beginnt mit einer Mehrweg-Quote von 30 Prozent und soll stufenweise auf 50 Prozent erhöht werden. Diese Quote soll für das gesamte Handelsunternehmen im Zeitraum eines Jahres gelten.

Dieses Modell hat viele Vorteile: Handelsbetriebe wie Billa, Merkur oder Spar, die bereits jetzt Mehrweg-getränke anbieten, werden belohnt, während Diskontsupermärkte wie Hofer, Lidl oder Penny, die bis heute nicht ein einziges Getränk in Mehrwegverpackungen anbieten, endlich auch in die Pflicht genommen werden. Durch die Unternehmens-Mehrweg-Quote hält sich der bürokratische Aufwand für die jeweiligen Unternehmen in Grenzen und saisonale und regionale Schwankungen können somit ausgeglichen werden. Zudem wird damit auch sichergestellt, dass die von Umweltminister DI Berlakovich im April geforderte Wahlfreiheit für Konsumenten umgesetzt wird.

Untersuchungen von Greenpeace im Mai 2010 haben gezeigt, dass es im Handel für Konsumenten und Konsumentinnen bei Getränken keine Wahlfreiheit gibt. Es werden mehrheitlich Getränke in Einweggebinden angeboten. Eine Greenpeace Untersuchung von prickelndem Mineralwasser vom Juli 2010 hat ebenfalls gezeigt, dass von 50 Produkten nur zwölf in Mehrwegflaschen erhältlich waren.

In regionalen Kreisläufen sind, und dies zeigen sämtliche Ökobilanzen, Mehrwegverpackungen die ökologisch vorteilhafteren Getränkeverpackungen. Die meisten negativen Umweltauswirkungen von Getränkeverpackungen entstehen bei der Herstellung und da schneidet Einweg schlecht ab. Obwohl Mehrwegflaschen transportiert, gereinigt und wieder befüllt werden, verbraucht das Mehrwegsystem deutlich weniger Energie als Einweg und nur einen Bruchteil der Rohstoffe, die zur Herstellung von Einweg benötigt werden.

Ein weiterer großer Vorteil von Mehrwegsystemen ist die Kostenersparnis für die Hersteller durch die mehrfache Verwendung der Flaschen. "Von regionalen österreichischen Getränkeherstellern wissen wir, dass die Einweg-Getränkeverpackungen die Hälfte der gesamten Abfüllkosten verschlingen. Regionale Mehrwegsysteme sind daher nicht nur aus ökologischer, sondern auch aus wirtschaftlicher Sicht viel sinnvoller als Einwegverpackungen", fasst Sprinz zusammen.

Weitere Informationen:
Initiative "Ich will Mehrweg":
http://marktcheck.greenpeace.at/ichwillmehrweg.html

Rückfragen & Kontakt:

Claudia Sprinz, Greenpeace Österreich; Tel.: 0664-6126731

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